Mitte der 1980er Jahre wurde die letzte 21 Jahre währende Militärdiktatur, die
sich wirtschaftlich weitgehend vom Welthandel abgekoppelt hatte, abgelöst.
Seitdem wird Brasilien wieder demokratisch regiert. Die junge Demokratie musste
sich zunächst in den Welthandel eingliedern und mit einer Hyperinflation fertig
werden, die Mitte der 1990er Jahre mit der Einführung der neuen Währung Real in
den Griff bekommen wurde. In 2005 lag die Inflation bei 5,7 %.
Eine Finanzkrise in 1999 war für die gerade an Fahrt gewinnende brasilianische
Wirtschaft eine erneute Belastung, die schnell überwunden wurde. Die
brasilianische Wirtschaft entwickelte sich in den Folgejahren des neuen
Jahrtausends positiv. In 2005 zeichnete sich allerdings erstmals ein sich
abschwächendes Wirtschaftswachstum ab.
Eine der größten Herausforderungen des riesigen Landes ist die wachsende Kluft
zwischen den reichen und armen Bevölkerungsschichten, die auch verantwortlich
ist für erhebliche soziale Spannungen. Die soziale Schieflage wird durch den
Wirtschaftsaufschwung des Landes nicht gemildert. Vor diesem sozialen
Hintergrund finden im Oktober 2006 die nächsten Präsidentschaftswahlen statt.
Positiv ist, dass sich in der jüngsten Vergangenheit die wirtschaftliche
Entwicklung des Landes von politischen Ereignissen und Korruptionsskandalen
zumindest teilweise entkoppelt hat.
Stand: 7/2006
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