Brasilien ist flächenmäßig das fünftgrößte Land der Welt. Mit 182,5 Mio.
Einwohnern belegt Brasilien ebenfalls den 5. Platz nach China, Indien, den USA
und Indonesien und noch vor Russland. In 1900 betrug die Einwohnerzahl gerade
einmal 17 Mio. In nur etwas mehr als 100 Jahren hat sich die Bevölkerung mehr
als verzehnfacht. Dieses Wachstum sowie die Anziehungskraft der großen
brasilianischen Metropolen stellen Land und Politik vor große soziokulturelle
Herausforderungen.
Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 552,7 Mrd. USD in 2005 liegt Brasilien
deutlich hinter seinem nördlichen "Konkurrenten" Mexiko (750 Mrd. USD in 2005),
gemessen am Pro-Kopf-Einkommen ist der Abstand aufgrund der geringeren
Einwohnerzahl Mexikos (rd. 107 Mio.) noch größer. 7.000 USD Pro-Kopf-Einkommen
in Mexiko stehen 3.090 USD in Brasilien gegenüber.
Trotz seiner Größe und Ressourcen rangiert Brasilien in einem
lateinamerikanischen Ranking bezogen auf die Wirtschaftskraft also deutlich
hinter Mexiko auf Platz 2. Bei Zugrundelegen des Pro-Kopf-Einkommens wird
Brasilien von weiteren lateinamerikanischen Ländern übertroffen, wie z.B. Chile
und Argentinien, sogar Venezuela oder Uruguay.
Die heutige Wirtschaftsstruktur ist im Wesentlichen auf die Industrialisierung
und den Ausbau der Infrastruktur in den 60er und 70er Jahren zurückzuführen,
durch die die brasilianische Volkswirtschaft einen grundlegenden Wandel erfuhr.
Das Bruttoinlandsprodukt wird zum größten Teil vom Dienstleistungssektor
erwirtschaftet, gefolgt vom Industriebereich (Bergbau, verarbeitendes Gewerbe
und Bauwirtschaft). Die wichtigsten Industriebranchen sind die
Lebensmittelverarbeitung, die Erdölraffinerie/Petrochemie, der Maschinenbau und
die Metallverarbeitung.
Die Landwirtschaft ist trotz eines relativ geringen BIP-Anteils von knapp 8 %
traditionell einer der größten Arbeitgeber.
Brasilien besitzt große Rohstoffvorkommen, z.B. Eisenerz, Mangan, Bauxit,
Nickel, Kohle aber auch Erdöl und Erdgas. Die steigende Weltnachfrage nach
diesen Rohstoffen inkl. Agrarprodukte, die vor allem auf die rasant steigende
Nachfrage aus China basiert, kommt Brasilien zugute.
Stand: 7/2006
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