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Messewirtschaft
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Wie viele Messen und Ausstellungen jährlich in der VR China organisiert werden, vermag niemand genau zu sagen. Es gibt zahlreiche Versuche, Transparenz in die chinesische Messewirtschaft zu bringen. Anders als in den westeuropäischen Ländern unterliegt das Messewesen in China einer staatlichen Kontrolle. Federführend sind das Ministry of Commerce (MOFCOM), das die so genannten Messerichtlinien erlässt, und der 1952 gegründete China Council for the Promotion of International Trade (CCPIT) mit Hauptsitz in Peking. Der CCPIT vereint Unternehmen und Organisationen, die den ökonomischen und Handelssektor in China repräsentieren. Der CCPIT sieht eine seiner zahlreichen Aufgaben in der Förderung der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zwischen der VR China und dem Ausland und unterhält in dem Zusammenhang auch eine eigene Messeabteilung.
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CCPIT veröffentlicht seit 2004 jährlich den "Annual Report on China Exhibition Industry" für das jeweils zurückliegende Jahr in chinesischer und englischer Sprache. Jedoch gibt der Bericht keinen umfassenden Überblick über alle Messestandorte, sondern widmet sich seit der Erstausgabe vor allem den Messezentren Peking, Shanghai und Guangzhou. Darin enthalten ist eine Analyse des betreffenden Messejahres wie regionale Messeentwicklungen, wichtige politische Beschlüsse bzw. Richtlinien zur chinesischen Messewirtschaft sowie eine umfangreiche Auswertung von Umfrageergebnissen auf den 30 wichtigsten Veranstaltungen in den untersuchten Messestädten.
Erstmals seit Jahren, so stellt der aktuelle Bericht fest, wurden in China 2007 weniger neue Messegelände fertig gestellt. Der Ausbau von vorhandenen Geländen setzt sich aber ununterbrochen fort. Hier sei insbesondere die zweite Ausbauphase des China Import & Export Fair (Pazhou) Messegeländes in Guangzhou, das Nanjing Convention and Exhibition Center und das Xian Quijiang International Convention & Exhibition Center genannt. Jedoch stellt sich mittlerweile auch für die Verantwortlichen in China die Frage, ob trotz der Drosselung von Neubauten der Ausbau vorhandener Ausstellungsflächen nicht eine Verschwendung staatseigener Ressourcen mit sich bringt.
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Laut "Annual Report on China Exhibition Industry" ist die Anzahl durchgeführter Messen insbesondere in den drei Messezentren Peking, Shanghai und Guangzhou seit 2005 in etwa konstant geblieben. So wurden 2007 zusammen 924 Messen organisiert, d.h. 60 mehr als 2006, jedoch weniger als 2005 mit 950 Veranstaltungen. Insbesondere stieg die Anzahl der Messen in Shanghai von 349 im Jahr 2006 auf 423 Messen in 2007. In Peking fanden hingegen im letzten Jahr nur 306 Messen statt; 2006 waren es noch 337. In Guangzhou waren die Schwankungen geringer.
Neben den Messezentren Peking, Shanghai und Guangzhou haben sich in den letzten Jahren Städte wie Shenzhen und Dongguan einen Namen gemacht. Weitere wichtige Standorte sind Suzhou, Ningbo Xiamen, Dalian und Zhuhai, wo wenige, aber wichtige Messen stattfinden. Sehr schnell haben sich auch die Provinzhauptstädte Chengdu, Shenyang, Nanjing und Wuhan entwickelt.
Der Bericht widmet weiterhin ein Kapitel großen internationalen Veranstaltern, die ihr Wirken auf dem chinesischen Messemarkt durch den weiteren Ausbau der regionalen und industriellen Zusammenarbeit verstärken. Namentlich werden die Koelnmesse, Deutsche Messe AG und der britische Veranstalter Reed Exhibitions genannt, die bereits seit Jahren ihre Tätigkeit in China ausbauen. Aber auch die Nürnberg Messe ist seit letztem Jahr mit eigener Tochtergesellschaft in Shanghai aktiv.
Eine weitere Studie wird seit 2005 jährlich vom internationalen Messeverband UFI veröffentlicht: "The Trade Fair Industry in Asia". Darin werden die Länder in Asien und Australien hinsichtlich ihrer Messewirtschaft analysiert, wobei die VR China, Hongkong und Macau einzeln betrachtet werden. Die letzte Ausgabe vom Juni 2008 für das Jahr 2007 stellt wie in den Vorjahren fest, dass die Wirtschaftsentwicklung in Asien und insbesondere in China weiterhin für eine dynamische Messeentwicklung in der gesamten Region sorgt. Neben China sind Japan und Hongkong die wichtigsten asiatischen Messemärkte. Mehr als 51 % der vermieteten asiatischen Ausstellungsfläche von insgesamt 13 Mio. m² wurden im betrachteten Zeitraum in China verkauft (2006: 45 %). In Japan waren es 17 %.
In die Studie wurden 1.732 Fachmessen einbezogen, von denen allein 818 (47 %) in China und Japan stattfanden. China hält seit Beginn der Studie den ersten Platz, was die Anzahl an durchgeführten Messen und vermietete Ausstellungsfläche betrifft. So wurden laut UFI 2007 456 Fachmessen auf mehr als 6,7 Mio. m² veranstaltet, was eine durchschnittliche Vermietung pro Messe von 14.729 m² ausmachte. Das Jahr zuvor waren es bei 587 Fachmessen insgesamt 5 Mio. m² verkaufte Fläche, d. h. rund 8.670 m² pro Messe. Die Zahl der chinesischen Messegelände mit internationalem Standard ist laut UFI auf 84 im Jahr 2007 gestiegen (vor allem bedingt durch Qualitätsverbesserungen). Damit wuchs auch die zur Verfügung stehende Hallenfläche von ca. 2,4 Mio. m² auf 3,5 Mio. m². Für 2008 wird bereits ein weiteres Flächenwachstum um 20 % in China prognostiziert. Gegenwärtig deckt das Reich der Mitte 64 % aller in Asien zur Verfügung stehenden Hallenflächenkapazitäten ab.
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Stand: 10/2008
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