|
Wirtschaft
|
In Europa ist Frankreich neben Deutschland und Großbritannien das wichtigste Industrieland. Weltweit gesehen gehört Frankreich zu den fünf wichtigsten Handelsnationen. Mit Dienstleistungen wird über die Hälfte des französischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) erwirtschaftet. Die Industrie trägt rund 17% zum BIP bei, die Bauwirtschaft 5% und die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei 2%. Die Höhe des französischen BIP lag 2007, nach Angaben des Statistischen Amtes der EU, Eurostat, mit 1.892 Mrd. Euro innerhalb der EU an dritter Stelle hinter Deutschland (2.423 Mrd. Euro) und Großbritannien (2.047 Mrd. Euro). Die Wirtschaft in Frankreich erlebte in den vergangenen Jahren ein stabiles Wachstum um rund 2% jährlich. Knapp 30% des BIP werden in der Region Paris Ile-de-France erwirtschaftet, während sich die verbleibenden 70% auf 21 Regionen sowie die Überseedepartements verteilen.
Auch Frankreich leidet derzeit unter der Krise an den Finanzmärkten und der daraus resultierenden Wirtschaftskrise. Das Wirtschaftswachstum wird im Jahr 2009 nach jüngsten Prognosen des nationalen Statistikinstituts des Landes (INSEE) voraussichtlich mit -1 bis
-1,5% negativ ausfallen. Insbesondere der Zustand der nationalen Automobilindustrie bietet Anlass zur Sorge. Besondere Stärken der französischen Wirtschaft liegen in den Branchen Luftfahrt, Automobil, Energie, Luxusartikel, Pharmazeutische Produkte, Chemie, Elektronik, Landwirtschaft und Ernährung sowie Tourismus.
Aufgrund eines von Jahr zu Jahr steigenden Defizits ist der Außenhandel für die französische Wirtschaft seit rund 10 Jahren ein großer Schwachpunkt. Das Außenhandelsdefizit ist zum Jahresende 2008 auf mehr als 55 Mrd. Euro angewachsen. Die stärksten Exportbranchen sind die Hochtechnologien der Luft- und Raumfahrt, die Metall- sowie die pharmazeutische Industrie, Luxusgüter wie Textilien, Accessoires und Kosmetik sowie landwirtschaftliche Produkte.
Mehr als 50% der französischen Exporte gehen in die Eurozone, wobei Deutschland weiterhin der mit Abstand wichtigste Handelspartner Frankreichs ist. Das bilaterale Handelsvolumen erreichte 2008 einen Gesamtwert von 137,3 Mrd. Euro. Die weiteren wichtigen Handelspartner Frankreichs sind Italien, Belgien und Luxemburg, Spanien, Großbritannien, die USA sowie China. Die Anzahl der französischen Unternehmen, die 2008 exportierten, beläuft sich auf 95.000, darunter sind 18.276 Firmen im Export nach Deutschland tätig. Damit betätigten sich 2008 gut 3% weniger französische Unternehmen im Export als noch im Vorjahr. Demgegenüber nahm die Anzahl der importierenden französischen Firmen 2008 weiterhin zu (+2,7%) und erreichte 109.941.
Mit einem Anteil von mehr als 90% prägen Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern die Struktur von Frankreichs Außenwirtschaft. Von ihnen beschäftigen drei Viertel weniger als 20 Mitarbeiter. Ein weiteres knappes Viertel der französischen Im- und Exporteure zählt zwischen 20 und 250 Mitarbeiter und nur 3% mehr als 250 Mitarbeiter.
|
Stand: 8/2009
|
|