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Messewirtschaft
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Studien der Association of Event Organisers (AEO) und der, mittlerweile nicht mehr existenten,
Exhibition Venues Association (EVA) treffen unterschiedliche Aussagen zur britischen Messewirtschaft.
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Laut Studie der EVA ("UK Exhibition Facts"), die nur Messegelände mit einer
Bruttofläche von mehr als 2.000 m² betrachtet, fanden in Großbritannien in 2004
918 Fach- und Publikumsmessen statt, bei denen insgesamt fast 3,2 Mio. m²
Nettofläche vermietet wurden. Rund 9,5 Mio. Besucher sahen diese Messen. Die
Zahl der Aussteller wurde nicht erhoben. Da es in Großbritannien nur relativ
wenige Großveranstaltungen gibt, dafür aber viele Messen auf eher kleinen
Flächen mit wenigen Besuchern stattfinden, liegen die Durchschnittswerte pro
Messe nur bei knapp 3.500 m² vermietete Fläche und rund 10.300 Besuchern. Die
EVA-Studie wird jährlich herausgegeben; sie bietet den besten Überblick über
die britische Messewirtschaft.
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Die AEO veröffentlichte
im November 2005 eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG unter dem
Titel "
Economic impact of the UK exhibitions industry". Diese Studie erhebt
für sich den Anspruch, den gesamten britischen Messemarkt zu untersuchen. In
2004 gab es demzufolge in Großbritannien 1.800 Messen mit 270.000 Ausstellern
und 17 Mio. Besuchern. (Hierbei sind allerdings auch rund 750 Hobby-,
Antiquitäten-, Handarbeits- und Gartenausstellungen enthalten, die die
EVA-Studie ausklammert!) Die britische Messewirtschaft generiert der Studie
zufolge Umsätze in Höhe von insgesamt 9,3 Mrd. GBP (13,5 Mrd. Euro). 137.000
Arbeitsplätze im Messebereich stellen 0,5% der gesamten britischen
Beschäftigungsquote dar. Durch das Messegeschäft generieren auch andere
Branchen hohe Umsätze; Übernachtungen 720 Mio. GBP, Reise 258 Mio. GBP,
Nahrungsmittelindustrie und Getränkewirtschaft 403 Mio. GBP, Einzelhandel 312
Mio. GBP, Unterhaltung und Kultur 179 Mio. GBP. Die Messewirtschaft sorgt
außerdem für 19 Mio. Übernachtungen pro Jahr. Mit dieser Studie ist auch ein
Aufruf an die britische Regierung verbunden, sich für den internationalen
Handel, also auch für das Messewesen, zu engagieren, um mehr Besucher nach
Großbritannien zu bringen.
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Hier liegt ein weiteres Faktum der britischen Messewirtschaft: eine relativ
geringe Internationalität. Der Anteil ausländischer Besucher stagniert seit
Jahren bei ca. 10% (Deutschland 2004: 22,6%). Von den Ausstellern kommen nur
rund 15% aus dem Ausland (Deutschland 2004: 53%).
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Staatlicherseits versucht man dem durch das, ursprünglich privatwirtschaftlich
initiierte, Internetportal "Trade
Fairs & Exhibitions UK" Abhilfe zu schaffen. Aussteller und Besucher
aus dem Ausland sollen mit dieser Messedatenbank auf die Insel gelockt werden.
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In Großbritannien existiert kein so umfangreicher Wettbewerb zwischen mehreren
Messemetropolen wie in anderen europäischen Ländern. Zwei Drittel aller Messen
finden in Birmingham oder London statt. Wenige Spezialmessen gibt es u.a. in
Coventry, Farnborough, Southampton und Harrogate.
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Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern sind in der britischen
Messewirtschaft der Geländebetrieb und das Veranstaltungsmanagement getrennt.
Die Messeorganisation ist in privatwirtschaftlicher Hand. Einige der
umsatzstärksten Messeveranstalter haben ihren Sitz in Großbritannien, u.a. die
weltweite Nr. 1 Reed
Exhibitions. Viele sind echte Global Player, die den größten Teil ihres
Umsatzes im Ausland generieren, insbesondere in Asien (z.B. Reed,
dmg world media,
CMP,
ITE,
Allworld Exhibitions).
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Waren die Messegelände vor einigen Jahren noch überwiegend in kommunaler
Trägerschaft, etablieren sich auch hier zunehmend privatwirtschaftliche
Strukturen. Das
National Exhibition Centre (NEC) in Birmingham ist zwar in öffentlichem
Eigentum, hat aber Venture-Capital-Beteiligungen.
Earls Court & Olympia und
ExCeL in London sind in privater Hand. Seit einigen Jahren gehen die
Geländebetreiber dazu über, selbst Leistungen anzubieten, die traditionell von
den Veranstaltern erbracht werden, um durch diesen Service Messen an ihr
Gelände zu binden.
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Auch wenn die Messebranche in Großbritannien keine ausgeprägte
Internationalität besitzt, ist eine Messebeteiligung hier eine gute
Möglichkeit, um auf dem britischen Markt Fuß zu fassen oder die Marktstellung
zu halten. Dass dieser Einstieg mitunter nicht leicht ist, zeigen Erfahrungen
deutscher Aussteller auf britischen Messen. Das bisweilen passive,
zurückhaltende Auftreten britischer Geschäftsleute erschwert den Ausstellern
auf Messen den Zugang zum Publikum.
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Stand: 6/2006
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