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Tunesien - Politik & Wirtschaft

Tunesien ist wie Algerien aus einer französischen Kolonie hervorgegangen und seit 1956 eine unabhängige Präsidialrepublik mit Einkammerparlament. Das politisch stabilste Land verfolgt den 1987 begonnenen Privatisierungsprozess zielstrebig weiter. Der Staat zieht sich aus den Bereichen zurück, für die sich funktionierende Märkte etablieren konnten. Außenwirtschaftlich hat sich Tunesien ein Netz bilateraler und multilateraler Freihandelsabkommen mit EU-Staaten geschaffen. Die Stärkung der Wettbewerbs- und Exportfähigkeit des Landes ist deshalb eine zentrale Aufgabe.
Tunis Tunesien ist mit rund 10 Mio. Einwohnern ein an der Bevölkerungszahl gemessen kleines Land, am Prokopfeinkommen gemessen aber relativ wohlhabend. Nach Libyen hat es das höchste Prokopfeinkommen der Region, das vergleichsweise relativ gleichmäßig verteilt ist. 80 % der Bevölkerung werden der Mittelschicht zugerechnet und haben Wohneigentum. Das Land nimmt damit unter den afrikanischen Schwellenländern eine Spitzenposition ein. Da das Land relativ wenige Rohstoffvorkommen besitzt, ist die Wirtschaftsstruktur breit gefächert. Wichtigste Exportgüter sind in Lohnfertigung hergestellte Kleidung, elektrotechnische Erzeugnisse und Lederwaren. Es gibt auch kleine Erdöl- und Erdgasvorkommen. Tunesien ist viertgrößter Produzent von Phosphaten und zweitgrößter Exporteur von Phosphatdünger. Im Agrarbereich ist Tunesien drittgrößter Exporteur von Olivenöl.
Stand: 2/2006
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