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Das Libyen von heute (Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschamahirija) ist 1969 durch einen Sturz der Monarchie entstanden. Ende der 1980er Jahre erließ die UN Sanktionen gegen Libyen. Nach dem Ende der UN-Sanktionen gegen Libyen in 1999 (vollständige Aufhebung in 2003) gliedert sich das Land allmählich in die Weltwirtschaft wieder ein.
Seit den 1990er Jahren werden sukzessive marktwirtschaftliche Elemente zugelassen. Vorausgegangen war ein gescheitertes kostspieliges Experiment mit einem Wirtschaftssystem aus sozialistischen und islamischen Grundsätzen. Eine neue Schicht aus Händlern und Unternehmern entstand. 2003 intensivierte die Regierung ihre Privatisierungsbestrebungen, Anfang 2004 wurde eine Reihe von Gesetzen zur Ankurbelung der Wirtschaft erlassen. Da bislang eine politische Öffnung nicht mit einhergeht, kommt der wirtschaftliche Reformprozess aber nur schleppend voran.
Das Risiko wirtschaftlicher Aktivitäten besteht in den bürokratischen Mechanismen von Staatswirtschaften. Obwohl die Finanzierung von Bauvorhaben z.B. über Öleinnahmen gesichert ist, und obwohl Bedarf und auch die Bedeutung des Infrastrukturausbaus, der Modernisierung der Bausubstanz allseits anerkannt ist, mahlen die bürokratischen Mühlen langsam. Selbst wenn Verträge geschlossen sind, verzögert sich die Realisierung von Projekten.
Positive Effekte auf die Wirtschaft werden darüber hinaus vom hohen Bevölkerungswachstum mehr als kompensiert, so dass sich die Lebensbedingungen trotz eingeleiteter Reformen bislang nicht wesentlich verbessern.
Libyen weist bei 5,6 Mio. Einwohnern und einem Bruttoinlandsprodukt von 23 Mrd. US$ rein rechnerisch zwar das höchste Prokopfeinkommen der Maghreb-Union auf. Da das Sozialprodukt im Wesentlichen durch die Erdöl- und Erdgasindustrie erwirtschaftet wird, kommen die steigenden Einnahmen aus dem Kohlenwasserstoffexport - 90 % der Einnahmen der libyschen Wirtschaft gehen auf Erdöl- und Erdgasvorkommen zurück - der breiten Bevölkerungsschicht nicht direkt zu gute. Ziel der libyschen Regierung ist allerdings eine Diversifizierung der Wirtschaft. Die hierfür notwendigen Investitionen in die Infrastruktur, finanziert über die Einnahmen aus dem Export von Kohlenwasserstoffen, lassen die Bevölkerung so doch an den Einnahmen teilhaben.
Stand: 2/2006
8. bis 9.9.2010 in Nürnberg
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