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Mauretanien - Politik & Wirtschaft

Die Islamische Republik Mauretanien ist der Verfassung nach eine Präsidialrepublik, zur Zeit hat sie aber eine Militärregierung. Nach dem Sturz des damaligen Staatspräsidenten Taya Mitte 2005 hat ein von Oberst Ely Ould Mohamed Vall geführter "Militärrat für Gerechtigkeit und Demokratie" die Herrschaft übernommen. Seit Erlangung seiner staatlichen Unabhängigkeit musste das kleine Land immer wieder politische Umstürze über sich ergehen lassen. Große Spannungen aufgrund von ethnischen Konflikten zwischen Mauren und Schwarzafrikanern führten immer wieder zu schweren Menschenrechtsverletzungen.

Mauretanien hat ein relativ hohes Wirtschaftswachstum von rund 5 % bei allerdings niedrigem Ausgangsniveau. Die rund 2,8 Mio. Einwohner erwirtschaften jährlich ein Sozialprodukt von rund 1 Mrd. Euro. Grundlage des Wachstums ist die Eisenerzförderung sowie der Transport- und Telekommunikationsbereich; die Landwirtschaft schwankt witterungsbedingt (Trockenheit). Die Güterproduktion ist kaum diversifiziert. Der Export beschränkt sich auf wenige Produkte. Insbesondere Fischerei- und Bergbauprodukte (vor allem Eisen) tragen fast den gesamten Export, obwohl sie nur einen relativ geringen Anteil am Sozialprodukt haben. Wegen der widrigen klimatischen Bedingungen (über 80% der Landesfläche bestehen aus Wüste) ist Mauretanien unverändert von der Einfuhr von Grundnahrungsmitteln (36% aller Importe) abhängig. Zukunftsperspektiven für das Land ergeben sich aus vor der Küste entdeckten Kohlenwasserstoffreserven, die allerdings - bis auf ein Feld - noch nicht erschlossen sind. Eine Liberalisierung der Wirtschaft und eine Öffnung des Landes für den Außenhandel sind auch in Mauretanien erkennbar. So wurden Preisbindungen und nicht-tarifäre Handelshemmnisse beseitigt und die Privatisierung von Staatsunternehmen weiter fortgesetzt. Völlig unterentwickelt ist das verarbeitende Gewerbe, dessen Anteil am BIP lediglich 4,2 % ausmacht. Rechnet man die weiterverarbeitende Industrie im Fischereibereich hinzu, beträgt der Anteil 8,4 %.



Stand: 2/2006


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