Messemärkte Ausland     Russland

Drucken

Wirtschaft


Vor mehr als 10 Jahren erlebte die Russische Föderation eine der schwersten Wirtschaftskrisen ihrer Geschichte. Dieses Szenario scheint sich 2009 zu wiederholen. Nach Jahren anhaltenden Wirtschaftswachstums sieht sich die russische Wirtschaft gegenwärtig einem massiven Abschwung gegenüber. Allein im 1. Quartal 2009 sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2008 um 9,8%. Letzte Zahlen der Statistikbehörde Rosstat für die Monate April bis Juni weisen einen Rückgang um 10,6% auf. Damit fiel dieser stärker aus, als vom russischen Wirtschaftsministerium noch vor wenigen Wochen prognostiziert.
Die einstigen Vorzeigebranchen wie Bauwirtschaft und Chemieindustrie aber auch die Automobilindustrie leiden besonders unter der Wirtschaftskrise. So ist die Nachfrage in diesen Branchen teilweise um die Hälfte gesunken (Automobile). Die Preise für die wichtigsten Exportprodukte Erdöl, Erdgas und Metall sind im Vergleich zu 2008 stark gefallen und setzen dem russischen Staatshaushalt nochmals zu. Dementsprechend fällt der kürzlich vom Finanzministerium vorgestellte Haushaltsplan für die Jahre 2010 bis 2012 aus. Das Ministerium geht davon aus, dass das Staatsdefizit in den nächsten drei Jahren höher ausfallen wird, als geplant. Um dieses decken zu können, wird die Regierung den Reservefonds restlos ausschöpfen und erstmals seit 10 Jahren wieder Kredite im Ausland aufnehmen müssen.

Große Hoffnung setzt die russische Wirtschaft auf staatliche Investitionsprogramme. Ein Großteil der bereits in diesem Jahr investierten 89 Mrd. Euro fließt in die Infrastruktur. Bis 2015 sollen z. B. mehrere tausend Kilometer Autobahn entstehen; die staatliche Eisenbahn plant Milliardeninvestitionen in den Ausbau des Schienennetzes. Aber auch die Werftindustrie bekommt in den nächsten acht Jahren rund 3 Mrd. Euro. Für den Wohnungsbau stellt der russische Staat zusätzliche 10 Mrd. Euro zur Verfügung, und die Milliardenfinanzierung der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi ist ebenfalls gesichert. Hier bieten sich für deutsche Unternehmen gute Chancen, Produkte und Dienstleistungen als Subunternehmer oder Zulieferer in Russland anzubieten.

Der russische Außenhandel sank im 1. Quartal 2009 um 45% auf 90 Mrd. US-Dollar. Die Importe gingen um 39% auf 34 Mrd. US-Dollar zurück und die Exporte um 48% auf 57 Mrd. US-Dollar. Augrund der starken Schwächung des Rubel-Kurses haben sich Importwaren massiv verteuert, was dazu führt, dass sich russische Verbraucher wieder verstärkt eigenen Produkten zuwenden.

Deutschland importierte von Januar bis März 2009 Waren im Wert von 3 Mrd. US-Dollar aus Russland, was einem Drittel des Vorjahresvolumens entsprach. Das ist vor allem auf die stark gefallenen Rohstoffpreise für russisches Gas, Erdöl und Metalle zurückzuführen, deren Hauptabnehmer u. a. Deutschland ist (Quelle: GTaI).
Stand: 9/2009
Zum Anfang
Deutsche Messewirtschaft
Bedeutung, Funktionen  [mehr]


Messemarkt: Veranstalter, Gelände,Themen  [mehr]


Copyright AUMA e.V.