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Messewirtschaft

Aus Perspektive ausländischer exportorientierter Unternehmen ist die Region Südostasien für eine Marktbearbeitung differenzierter geworden. In den 1980er und 1990er Jahren war Singapur die uneingeschränkte Handelsdrehscheibe für die Region. Singapur hatte zu jener Zeit einen ähnlichen Status für Südostasien, wie ihn heute Dubai für den Nahen und Mittleren Osten besitzt. Entsprechend erfolgreich waren Messen, die in jener Zeit in Singapur veranstaltet wurden.

Impact Challenger Bangkok

Diese exponierte Stellung versuchen die Nachbarstaaten aufgrund ihrer wachsenden eigenen Wirtschaftskraft Singapur seit einiger Zeit streitig zu machen, allen voran Thailand.

Die Trendwende wurde in den späten 1990er Jahren bemerkbar. Als Ursache für den Bedeutungswandel könnten eine Reihe von Faktoren genannt werden.

Der wohl ausschlaggebende Faktor ist, dass Länder wie Thailand, Indonesien oder Malaysia aufgrund ihres rasanten Wachstums mittlerweile selbst über eine Wirtschaftskraft verfügen, die eine solide Ausgangsbasis für eigene Fachmessen darstellt bzw. die nach ihrem eigenen Selbstverständnis ein eigenes Fachmesseprogramm in den jeweiligen Schlüsselbranchen rechtfertigt.

Singapur erholte sich von der asiatischen Finanzkrise gegen Ende der 1990er Jahre deutlich langsamer als seine Nachbarstaaten. Dies hat den ohnehin bestehenden Trend beschleunigt. Mit Shanghai entstand zeitlich fast parallel ein Wirtschaftsmagnet, der das Interesse westlicher Exporteure auf China und seine Messen lenkte.

Die Rolle Singapurs für den Handel in der Region ist heute also wesentlich differenzierter zu betrachten. Für manche Branchen ist Singapur weiterhin der Ausgangspunkt (High Tech, Wissenschaft, Medizin), von dem aus die Region bearbeitet wird, für andere Branchen (z.B. Holzbearbeitung, Elektronik, Fertigungswirtschaft, Lebensmittel- und Verpackungstechnik) wird es wichtig, in die einzelnen Länder zu gehen.

Insbesondere Bangkok (Thailand) strengt sich an, Singapur den Rang als regionaler Messeplatz Nummer Eins abzulaufen. Allerdings - und das gilt auch für die anderen Konkurrenten - bleiben Fachbesucher aus den jeweiligen Nachbarländern weitgehend aus. Die Messen sind für den einheimischen Markt des jeweiligen Landes - bei durchaus respektablen Anteilen ausländischer Aussteller.

Singapur hat seine unangefochtene Stellung als Drehscheibe der Region verloren, ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Für die Aussteller bedeutet dies eine Diversifizierung der Marketinganstrengungen.

Messen und Ausstellungen werden in Südostasien als Teil des Dienstleistungssegment MICE (Meetings, Incentives, Congresses, Exhibitions) verstanden.

Die MICE-Wirtschaft der Region ist recht gut organisiert. Es existieren mehrere Messeinstitutionen.

Messen und Ausstellungen sind in Südostasien anerkannte und beliebte Marketinginstrumente. Sie werden als Business Hubs für den Informationsaustausch zwischen Käufern und Verkäufern gesehen. Die meisten Regierungen in der Region haben das Potenzial von Messen - und im weiter gefassten Sinne der MICE-Wirtschaft - erkannt und den Aufbau des Wirtschaftszweiges unterstützt. Entsprechend modern und auf technisch hohem Niveau ausgestattet sind die Messegelände der Region. Nachstehend ein Überblick über die größten Messegelände.

  Messegelände.pdf



Stand: 3/2007


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