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Singapur - Wirtschaft
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Das knapp 700 km² große Land mit seinen rund 4,2 Mio. Einwohnern hatte sich seit
Erlangung seiner Unabhängigkeit von Malaysia in 1965 in nur 2 Jahrzehnten zur
Handelsdrehscheibe für die gesamte Region entwickelt. Obwohl der Handel seit
1819 eine große Rolle für die Insel spielte, drückten den kleinen Inselstaat
bei Erlangung seiner Unabhängigkeit in 1965 große Probleme wie
Arbeitslosigkeit, fehlende/schlechte Schulbildung, schlechte Wohnverhältnisse.
Das Land konnte zur Verbesserung seiner Situation weder auf Bodenschätze noch
auf Land zurückgreifen.
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So lockte der Staat mit Investitionsanreizen internationale Konzerne sowohl im
Produktions- als auch im Dienstleistungssektor. Nach den beiden Ölkrisen in den
1970er Jahren - zu dieser Zeit besaß Singapur weltweit mit die größten
Raffineriekapazitäten - investierte die Regierung ins Bildungswesen und in die
Infrastruktur. Gleichzeitig wurden Anreize zur Ansiedlung von Hochtechnologie
geschaffen. Auf dieser Basis entwickelte sich Singapur rasch zum wohlhabendsten
Staat Südostasiens. Spätestens Ende der 1980er Jahre war Singapur die
unangefochtene Handelsdrehscheibe für Südostasien.
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Die Wirtschaft basiert auf dem Zwischenhandel für die Region, Export
orientierte Produktion, Erdölverarbeitung und Verschiffung, Gütererzeugung und
Dienstleistungen für die Bevölkerung. Als regionaler Händler ergab sich für
Singapur die Übernahme auch von spezialisierten Dienstleistungen für den
internationalen Markt wie Finanzierung, Telekommunikation und Tourismus sowie
Schiffreparatur. Ausländische Konzerne errichteten Niederlassungen in Singapur,
von wo aus sie die nationalen Märkte in Südostasien bearbeiten.
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Um die Handelsströme der Region dauerhaft in Singapur zusammenlaufen zu lassen,
wurde der Messe- und Kongresswirtschaft ein großer Stellenwert eingeräumt. Die
Messewirtschaft prosperierte. Zum einen, weil die in der Region tätigen
internationalen Unternehmen in Singapur ansässig waren und die Messen
beschickten, zum anderen, weil die Fachbesucher der Nachbarstaaten Singapur als
Messezentrum annahmen.
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Seit den späten 1990er Jahren haben sich in den Nachbarstaaten, vor allem in
Thailand und Vietnam, verstärkt Konkurrenzmessen etablieren können, nicht für
sämtliche Branchen, aber für die jeweiligen Schlüsselbranchen der jeweiligen
Länder. Darüber machten Singapur die Folgen der asiatischen Finanzkrise und
auch der Vogelgrippe besonders stark zu schaffen.
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Das wohl größte Handicap des Stadtstaates ist seine absolute Größe. Trotz hohem
jährlichem Prokopfeinkommen, das an westeuropäisches Niveau heranreicht und
damit das mit weitem Abstand höchste der Region ist, fällt das BIP wegen der
insgesamt kleinen Bevölkerungszahl doch vergleichsweise niedrig aus.
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Messen des kleinen Stadtstaates sind deshalb auf einen hohen Auslandsanteil
unter den Fachbesuchern angewiesen. Nur dann bewerten internationale Aussteller
ihre Beteiligungen als erfolgreich.
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Für Messebesucher aus den Nachbarländern sinkt der Nutzen zeitaufwändiger und
teurer Reisen nach Singapur, wenn er sich vor der eigenen Haustür ebenbürtig
über das Branchenangebot informieren kann. Seine Stellung behaupten kann
Singapur z.B. bei Messen für Medizintechnik, Wissenschaft und
Kommunikationstechnik.
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Singapur stellt sich heute wie folgt dar:
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Singapur ist ein moderner Stadtstaat, verfügt über die mit weitem Abstand beste
Infrastruktur in der Region bei einem hohen Ausbildungsniveau sowie über das
mit großem Abstand höchste Prokopfeinkommen. Singapur ist politisch stabil, ist
weiterhin das Wissenschaftszentrum der Region. Die Regierung unterstützt den
Ausbau von Wissenschaft, Wissenstransfer und Life Science. Der Stadtstaat
möchte sich zum Gesundheitszentrum der Region entwickeln. Singapur wird von
ausländischen Konzernen zunehmend als Standort für Forschung und Entwicklung
entdeckt und wird gezielt ausgebaut zum Zentrum für Wissenstransfer. Damit
einher geht der Ausbau der Kongresswirtschaft. Singapur ist das einzige Land in
der Region, das Fachbesucher aus den Nachbarstaaten in größerem Umfang anziehen
kann.
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Stand: 3/2007
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