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Vietnam - Wirtschaft & Politik
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Die Sozialistische Republik Vietnam besteht seit 1975, als Nord- und Südvietnam
vereinigt wurden. Vietnam kann als politisch stabil bezeichnet werden. Die
Regierung in Hanoi bestimmt die Richtlinien von Politik und Wirtschaft. Die
wirtschaftlichen Aktivitäten konzentrieren sich auf die beiden größten Städte:
Hanoi im Norden und Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon, im Süden.
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Wichtigster Wirtschaftszweig, gemessen an der Zahl der Beschäftigten, ist
weiterhin die Landwirtschaft. Obwohl ihr BIP-Beitrag kontinuierlich abnimmt und
heute unter 20 % liegt, beschäftigt sie nach wie vor 65 % der Bevölkerung.
Vietnam ist weltweit der größte Exporteur von schwarzem Pfeffer und
zweitgrößter Reis-, Kaffee- und Cashewnussexporteur. Weitere wichtige
Agrarprodukte sind Fisch und Meeresfrüchte, Tee sowie Kautschuk.
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Wachstumsmotor ist der Industriesektor, vor allem die Verarbeitung von
Bekleidung, Schuh- und anderen Lederartikeln sowie die Bauwirtschaft. Der
Beitrag der verarbeitenden Industrie zum BIP ist auf 41 % gestiegen. Die
vorhandenen Erdöl- und Erdgasreserven im Südchinesischen Meer bieten Vietnam
die Möglichkeit, weitere wettbewerbsfähige Industriezweige aufzubauen. Zum Ende
dieses Jahrzehnts wird Vietnam über eigene Raffineriekapazitäten verfügen. Der
Beitrag des Dienstleistungssektors zum BIP beträgt über 38 %.
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Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt Vietnams entspricht etwa dem von
Mecklenburg-Vorpommern. Das jährliche Prokopfeinkommen der 82 Mio. Einwohner
liegt bei nur rund 540 Euro. Dennoch hat der vietnamesische Markt für
ausländische Hersteller insbesondere von Investitionsgütern und
Infrastruktureinrichtungen einige Anziehungskraft, denn Vietnams
Volkswirtschaft gehört seit den frühen 1990er Jahren zu den schnell wachsenden
Märkten. In den letzten Jahren lag das BIP-Wachstum im Durchschnitt bei gut 7
%. In 2005 wurden sogar 8,4 % erreicht. Für den Auf- und Ausbau der Industrien
werden vor allem Maschinen und Anlagen aus dem Ausland benötigt. Finanziert
werden sie über den Export von Lebensmitteln, Textilien, Bekleidung, Schuhen
und Rohstoffen.
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Den Grundstein für das Wachstum legte vor 20 Jahren der Beschluss des VI.
Parteikongresses der Kommunistischen Partei Vietnams zur grundlegenden
Erneuerung aller Bereiche des gesellschaftlichen Lebens ("doi moi").
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Die Zahl der Staatsbetriebe wurde seit Ende der 80er Jahre von 12.000 auf 3.200
gesenkt. 200.000 private Firmen sind mittlerweile in Vietnam tätig. Dennoch:
Die Staatsbetriebe, stellen weiterhin ein Problem dar, da sie fast 40 % zum BIP
beitragen und viele von ihnen weiterhin völlig am Markt vorbei produzieren und
daher ihre Produkte kaum absetzen können. Die Regierung hält immer noch ihre
schützende Hand über viele Staatsbetriebe und industrielle Produkte, die sie
als wichtig für die heimische Industrie betrachtet.
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Eine weitere wichtige Reformaufgabe ist der Abbau von Staatsbürokratie. So
attestiert der von der Weltbank veröffentlichte "Doing Business Report 2007"
Vietnam eine ausufernde Bürokratie und mangelhafte rechtliche
Rahmenbedingungen, die die wirtschaftliche Entwicklung stark behindern. Da die
regionalen Konkurrenten Maßnahmen zur Verbesserung ihrer rechtlichen
Rahmenbedingungen durchgeführt bzw. eingeleitet haben, haben sie sich bereits
einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Vietnam verschafft. Viele aktuelle Probleme
der vietnamesischen Wirtschaft haben also ihren Ursprung in der früheren
kommunistischen Planwirtschaft.
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Seit Mitte 2006 ist eine neue Regierung unter Ministerpräsident Dzung im Amt.
Der neue Ministerpräsident gilt als Verfechter einer stark marktorientierten
Wirtschaft und der Privatisierung. Nicht zuletzt deswegen werden in ihn große
Hoffnungen gesetzt und von der neuen Regierung deutlichere und konsequentere
Reformanstrengungen erwartet.
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Seit Juli 1995 ist Vietnam Mitglied im ASEAN-Bund und seit November 1998
Mitglied der APEC. Mit dem Beitritt in die ASEAN Free Trade Area (AFTA) hat
Vietnam die Verpflichtung übernommen, die im Rahmen der AFTA getroffenen
Vereinbarungen zum Abbau innergemeinschaftlicher Handels- und
Investitionshemmnisse umzusetzen. Nach 11 Jahren Verhandlungen ist Vietnam
Anfang Januar 2007 als 150. Mitglied der WTO beigetreten.
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Stand: 4/2007
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