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Messeaktivitäten & Messequalität

In den USA werden jährlich zwischen 5.000 und 13.000 Messen und Ausstellungen durchgeführt. Hierzu zählen Veranstaltungen ab einer Größe von 450 bzw. 300 m². Für jedes Produkt und jede Dienstleistung gibt es Veranstaltungen, mit regionaler, landesweiter und auch internationaler Ausstrahlung.
Die weitaus größte Zahl der Veranstaltungen besitzt ein begrenztes regionales Einzugsgebiet. Daneben gibt es Messen für die gesamte Ost- oder Westküste. Die New York International Gift Fair und die San Francisco International Gift Fair sind ein Beispiel für eine solche Arbeitsteilung. Allerdings ist die New Yorker Veranstaltung die insgesamt bedeutendere, wird sie doch wegen ihrer Größe und Internationalität auch von Besuchern der Westküste genutzt. Eine Messe mit landesweiter Bedeutung ist die ConExpo in Las Vegas. Sie ist die wichtigste Veranstaltung der US-Bauindustrie. Es gibt zwar zahlreiche weitere amerikanische Baumessen; sie haben aber nur begrenzte regionale Bedeutung. Auf der ConExpo treffen die US-Entscheidungsträger der Branche auf Aussteller aus der gesamten Welt. Auch der WINTER NAMM International Music Market in Anaheim, der jährlich in Anaheim stattfindet, die OTC Offshore Technology Conference and Exhibition, die jährlich in Houston veranstaltet wird oder die bereits erwähnte RSNA in Chicago sind Messen für Nordamerika und darüber hinaus. Insbesondere ziehen die Messen Fachpublikum aus Kanada und den angrenzenden Staaten Mittelamerikas an.
Solitärveranstaltungen, Veranstaltungen also, wo nicht nur Fachleute aus den USA, sondern aus der gesamten Welt zusammenkommen und zu der es weltweit keine oder nur sehr wenige Konkurrenzveranstaltungen gibt, sind in den USA rar. Das Interesse der veranstaltenden Handelsverbände gilt in erster Linie ihrer heimischen Klientel und nicht so sehr ausländischen Ausstellern und Besuchern. Dennoch haben sich einige wenige Messen wie die Seatrade Cruise Shipping in Miami zu einer Weltmesse für ihre jeweilige Branche entwickeln können. Die Bio - Bio-Technology Exhibition kann ebenfalls als eine Messe eingestuft werden, die Fachbesucher aus allen Weltregionen anzieht. Darüber hinaus besitzen manche US-Veranstaltungen ein besonderes Konzept, das sie aus der Reihe der weltweiten Konkurrenz hervorhebt. So z.B. die SID - Society for Information Display International Symposium, Seminar & Exhibition, die sich aufgrund ihres Research & Development-Charakters von reinen "trade shows" wie der FINETECH Japan (Tokio), der FPD International (Yokohama) oder der Display Taiwan (Taipei) abhebt. Die Society for Information Display veranstaltet ähnliche aber deutlich kleinere Kongressmessen auch in anderen Ländern, insbesondere in Asien, jeweils in Kooperation mit Flachdisplayverbänden vor Ort.

Die "200 größten Messen" ist fast schon ein feststehender Begriff in der US-Messewirtschaft. Er geht auf eine jährliche Untersuchung des amerikanischen Messemagazins Tradeshow Week zurück. Unter anderem stellt das Magazin, das zur Reed Elsevier Gruppe gehört, seit Jahrzehnten Kennzahlen der 200 größten Messen zusammen und leitet aus ihnen Trends für die US-Messewirtschaft ab. Die Ergebnisse werden jährlich in einer Broschüre als "Tradeshow Week 200" veröffentlicht, aus der die nachfolgenden Zahlen für das Jahr 2008 entnommen sind.

Die International CES Consumer Electronics Show gehört seit Jahren zu den größten US-Messen, gemessen an der vermieteten Ausstellungsfläche (rund 170.000 m² Hallenfläche). Lediglich die im Vierjahresturnus stattfindende Conexpo, Las Vegas ist mit rund 210.000 m² vermieteter Fläche größer, rund die Hälfte ihrer Fläche entfällt auf das Freigelände.

Weitere vier Veranstaltungen überschritten die 100.000 m² Marke, das sind die PACK EXPO Intl./Process Expo/CPP Expo (Chicago), Intl. Manufacturing Technology Show (Chicago), NBAA National Business Aviation Association Annual Meeting & Convention (Orlando) und die ReCon, The Global Real Estate Convention (Las Vegas). Aussteller- und Besucherzahlen dieser Großveranstaltungen schwanken deutlich zwischen 1.200 und 3.100 bzw. 40.000 und 110.000.

Die Veranstaltungen nehmen mit zunehmender Rangfolge zunächst rapide ab. Für Platz hundert sind nur noch 23.000 m² vermieteter Fläche erforderlich. Das Schlusslicht der 200 größten Messen kann noch knapp 12.000 m² vermietete Fläche aufweisen. Je nach Platzbedarf der Branche schwankt die Ausstellerzahl der letzten 10 Messen zwischen rund 350 und 800 Ausstellern. Ebenso korrelieren die Besucherzahlen nicht mit der vermieteten Fläche, sondern hängen immer auch vom Thema der Messe ab.

Obwohl die meisten der US-Messen und Ausstellungen mittelgroße bis kleine Veranstaltungen sind, werden sie dennoch in der Regel ihrem Zweck gerecht. Als europäischer Aussteller muss man sich hierauf einstellen.

Im Jahre 2008 wurden auf den 200 größten US-Messen über 6,62 Mio. m² Fläche an 200.257 Aussteller vermietet. 4,6 Mio. Fachbesucher wurden gezählt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die vermiete Fläche leicht, Aussteller und Besucherzahlen waren beide leicht rückläufig. Für einen aussagekräftigen Vorjahresvergleich justiert Tradeshow Week die Kenndaten nach. Die nachjustierten Daten basieren auf Messen die einen Zweijahresvergleich erlauben. Der Vergleich der nachjustierten Messekenndaten weist für alle drei Größen einen deutlichen Rückgang auf. So ging die vermietete Fläche um 1,6 % zurück, die Ausstellerzahl um 2,7 % und die Fachbesucherzahl um 3,0 %. Las Vegas hat sich in den vergangenen zehn Jahren zu der US-Top-Destination für Messen entwickelt. 24,5 % der 200 größten US-Messen finden in Las Vegas statt, ihr Anteil umfasst 34,5 % der gesamten vermieteten Fläche. Fünf der 10 größten US-Messen haben eines oder sogar mehrere der drei großen Messegelände in Las Vegas zum Veranstaltungsort.

Hinter Las Vegas folgen mit deutlichem Abstand die Städte Chicago und Orlando mit einem Anteil um die 10 % an den 200 größten US-Messen, sowohl nach Zahl der Messen als auch nach vermieteter Fläche.
Stand: 5/2009
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