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Messeveranstalter

Die US-Messeveranstalter betreiben in der Regel keine eigenen Gelände. Das macht sie standortunabhängig, eine Voraussetzung für den Typus Wandermesse, den man relativ häufig antrifft und der seinen Ursprung ebenfalls in der schon erwähnten Convention-Tradition hat. Auch Messen mit eigentlich festen Standorten können so flexibel auf sich ändernde wirtschaftliche oder sonstige Rahmenbedingungen (z.B. Kosten auf dem Messegelände) mit einem Wechsel des Geländes reagieren.

Die Vorlaufzeit liegt in der Regel zwischen zwei und drei Jahren; so weit im Voraus werden die Verträge zwischen den Geländebetreibern und Veranstaltern geschlossen.

Dadurch, dass die Veranstalter nicht auch Betreiber der Gelände sind, sind sie auf eine kurze Messelaufzeit sowie auf kurze Auf- und Abbauzeiten bedacht. Jeder Tag mehr bedeutet mehr Mietkosten, die an die Betreibergesellschaft zu zahlen sind.

Zahlreiche Messen und Ausstellungen werden von Verbänden organisiert, darunter befinden sich einige der größten US-Messen, z.B. die schon mehrfach erwähnte International CES, die ICUEE International Construction and Utility Equipment Exposition (Veranstalter Assn. of Equipment Manufacturers), in geraden Jahren die Pack Expo International/International Exposition for Food Processors oder die IMTS - International Manufacturing Technology Show. Auch wenn Verbandsveranstaltungen wie die zuvor genannten eine Fläche von rund 100.000 m² belegen können, sind die meisten Verbandsveranstaltungen jedoch als klein bis mittelgroß einzustufen.

Für die Verbände sind Messen und Kongresse nicht nur ihre Hauptleistung für ihre Mitglieder sondern auch ihre Haupteinnahmequelle. Ein Verkauf der Veranstaltung kommt für sie deshalb so gut wie nicht in Frage. Allerdings hat der doch große Organisationsaufwand in einigen Fällen zu Kooperationen mit professionellen Veranstaltern geführt, die das weitaus größere Geschäftsvolumen in der Messebranche erwirtschaften.

Nach einer Marktuntersuchung der Tradeshow Week auf der Grundlage der verkauften Fläche der 200 größten US-Messen im Jahr 2008 sind die drei erfolgreichsten Veranstalter in den USA Nielsen Business Media, Reed Exhibitions und dmg world media mit einem Marktanteil von 5,8 % bzw. 5,6 % bzw. 3,6 %. Drei Verbände haben es in 2008 unter die ersten 10 Veranstalter geschafft, gemessen an der vermieteten Fläche. Die Association of Equipment Manufacturers belegt Rang 5, die Consumer Electronics Association Rang 8 und die gemeinsamen Veranstalter der PACK EXPO Intl./Process Expo/CPP Expo ( Packaging Machinery Manufacturers Institute/ Food Processing Machinery Assn./Converting & Package Printing) belegen Rang 10.

Der Fundus an neuen Messethemen ist bis auf wenige Themen weitgehend ausgereizt. Expandieren können die Veranstalter nur noch, indem sie Veranstaltungen oder gar ganze Firmen aufkaufen. Diese Entwicklung hatte Ende der 90er Jahre einen Höhepunkt. Das Akquisitionskarussell drehte sich aber auch im neuen Jahrtausend weiter. Der Jordan Edmiston Group Inc. zufolge war in 2007 eine besonders starke Tätigkeit beim Verkauf bzw. Kauf von Messen sowie bei der Fusion von Messen zu verzeichnen. Advanstar Communications wurde von einer privaten Beteiligungsgesellschaft unter Federführung von Veronis Suhler Stevenson (VSS) übernommen. dmg world media erwarb die restlichen 51 %-Anteile an George Little Management (GLM). Begonnen hatte der Übernahmeprozess im Jahr 2000, als dmg world media sich zu 25 Prozent an GLM beteiligte. dmg world media hat damit sein B-to-B Geschäft in den USA und Kanada gestärkt. Um das Portfolio zu straffen, hatte dmg world media gleichzeitig seine Consumer Shows zum Verkauf angeboten. Das Feld der Verbrauchermessen wird in den USA immer stärker von Verlagen beherrscht, die parallel zur Messe entsprechende Zeitschriften für Konsumenten veröffentlichen. Da dmg world media nicht interessiert ist, ins Verlagswesen einzusteigen, war der Verkauf der konsequente Schritt.

Canon Communications hat ebenfalls sein Portfolio umstrukturiert. Das Unternehmen hat sein Kerngeschäft Medical Device Manufacturing auf den Advanced Manufacturers Sector ausgeweitete und von Reed die National Manufaturing Week, Assembly Technology Expo und die Quality Expo erworben.

Der umsatzstärkste Veranstalter in den USA VNU, wurde 2007 in Nielsen Business Media umbenannt. Der Gesamtkonzern ging damit einen weiteren Schritt in Richtung Integration und Vereinheitlichung seiner globalen Aktivitäten. Nielsen ist ein eingeführter Name im Markt für Informationsdienstleistungen.

Noch unter dem Namen VNU sorgte der weltweit tätige niederländische Veranstalter für einiges Aufsehen, als er zahlreiche Messen und Ausstellungen der Miller Freeman Inc. übernahm und in die Topriege der US-Veranstalter aufstieg. Miller Freeman Inc. zog sich in den USA vollständig aus dem Messegeschäft zurück.

2008 zeichnete sich ab, dass Veranstalter dazu übergehen, thematisch zusammenpassende oder sich ergänzende Veranstaltungen zusammenzulegen. Nicht selten wurde zuvor eine der fusionierten Messen vom Wettbewerber aufgekauft.
Stand: 5/2009
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