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Messewirtschaft
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Das deutsche Exportvolumen in die Subsahara-Region entspricht derzeit in etwa dem Volumen des deutschen Exports nach Dänemark, obwohl der Startschuss zur (Re-)Intensivierung des Handels mit der Subsahara längst erfolgt ist. Messen werden fast überall in der Welt als selbstverständlich vorausgesetzt. Sie sind ein unverzichtbares Instrument der Informationsvermittlung bei komplexen Abstimmungsprozessen in einer arbeitsteiligen und vernetzten Welt, unterstützen wirtschaftliche Aktivitäten und tragen damit zur Entwicklung der Wohlfahrt bei. Sie haben maßgeblich bei der Umstrukturierung und Neuorientierung der Volkswirtschaften in Osteuropa mitgewirkt und den wirtschaftlichen Aufbau in den asiatischen Schwellenländern forciert.
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In Afrika fehlt nach wie vor ein leistungsstarkes Messewesen - abgesehen von der Republik Südafrika. (Der Messemarkt der Republik Südafrika ist deshalb eigens beschrieben.)
Weniger als die Hälfte der Länder der Subsahara besitzt überhaupt ein Messegelände bzw. verfügt über Gelände, die internationalen Standards gerecht werden. Etablierte Messen sind ebenso rar. Mancher potentieller Aussteller ist zunächst einmal über die fehlende bzw. rudimentäre Messeinfrastruktur verwundert. Auf den zweiten Blick erschließen sich jedoch die Gründe. Die Messewirtschaft spiegelt den Stand der Volkswirtschaften. Das vermeintliche Defizit an Messen ist die Folge fehlender Voraussetzungen.
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Die Länder der Subsahara gehören zu den ärmsten der Welt. Weite Teile der Bevölkerung leben in der Subsistenzwirtschaft, nehmen also weder am nationalen, geschweige denn am internationalen Handel teil. Das innerafrikanische Handelsvolumen fällt deshalb und wegen der schlechten Verkehrsinfrastruktur verschwindend niedrig aus. Wo es wenig Handel gibt, wären Messen überdimensioniert. Als Handelsplattform reicht dort ihre Vorstufe, z.B. der Wochen- oder Viehmarkt, vollkommen aus. Ein Messedefizit liegt also nicht vor, vielmehr fehlt es an Marktvolumina.
Die meisten existierenden Messen in der Region entstanden in den 1960er und 1970er Jahren. Nur wenige haben eine längere Tradition, wie z. B. die 1916 gegründete Agricultural and Commercial Show in Lusaka oder die 1902 gegründete Nairobi International Agricultural Exhibition and Trade Fair.
Einige der Messen haben politische und daraus resultierende wirtschaftliche Krisen nicht unbeschadet überstanden. Manche sind heute für ausländische Aussteller bedeutungslos, andere sind ganz verschwunden.
Ein Beispiel ist Simbabwe, das bis Mitte der 1990er Jahre zu den wohlhabendsten Ländern der Subsahara gehörte. Insbesondere florierten die Branchen Landwirtschaft, Bergbau und Tourismus. Abgesehen vom Bergbau besitzen die übrigen Branchen heute keine Bedeutung mehr. Mit dem wirtschaftlichen Abstieg verlor die Internationale Messe Bulawayo ihre Bedeutung. Im Jahr 2000 beteiligte sich Deutschland letztmalig mit einem German Pavilion an der Messe.
Stand: 8/2008
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