Nr_23
AUMA-Herbst-Pressegespräch
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Erstmals seit 2001 wieder mehr Messebesucher
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Deutsche Aussteller wollen Messe-Etats leicht erhöhen
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Messeförderung für junge Unternehmen startet im Sommer 2007
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AUMA-Vorsitzender Hagen: Handelsschranken weiter abbauen
29.11.2006 Die Erholung der
Messekonjunktur in Deutschland hat sich 2006 fortgesetzt und jetzt auch die
Besucherzahlen erfasst. Erstmals seit dem Jahr 2001 ist die Zahl der Besucher
der internationalen Messen wieder gewachsen – nach vorläufigen Berechnungen des
AUMA um rund 2,5 % gegenüber den jeweiligen Vorveranstaltungen. Nach dem Ende
der wirtschaftlichen Stagnation erlebt der Messebesuch offensichtlich wieder
eine Renaissance. Gleichzeitig signalisiert der AUMA-MesseTrend, eine
repräsentative Befragung deutscher Aussteller durch TNS Emnid, dass fast 85 %
der deutschen Aussteller ihre Messe-Etats in den beiden nächsten Jahren
steigern oder konstant halten wollen. Das betonte Thomas H. Hagen, Vorsitzender
des AUMA_Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, im
Herbst-Pressegespräch des Verbandes am 29. November 2006 in Berlin.
Alle Kennzahlen der 161 internationalen Messen in Deutschland – Aussteller-,
Flächen- und Besucherzahlen – liegen für 2006 im Plus, dank deutlich
anziehender Konjunktur und besserer Stimmung bei den Konsumenten. Das sei, so
Hagen, seit 2001 nicht mehr vorgekommen. So hätten die Besucherzahlen vor einem
Jahr noch mit 2 % im Minus gelegen. Dieser Sprung in den Plusbereich zeige,
dass Messen in den letzten Jahren der wirtschaftlichen Stagnation nicht an
Akzeptanz verloren haben.
Auch die Ausstellerzahlen der deutschen Messen haben im Durchschnitt erneut
positive Vorzeichen. Die Zahl der Beteiligungen steigt 2006 voraussichtlich um
rund 1,5 %. Die Zahl der deutschen Aussteller ist etwa konstant geblieben,
obwohl bei vielen Messen die Beteiligungen aus dem Inland angezogen haben. Bei
einigen handwerksorientierten Messen ist aber die Talsohle immer noch nicht
erreicht - mit entsprechenden Ausstellerrückgängen.
Die ausländischen Aussteller waren deshalb erneut für das Wachstum der
Ausstellerzahl verantwortlich mit einem Plus von rund 2,5 %.
Der AUMA-Vorsitzende: „Eine gute Nachricht ist, dass sich die vermieteten
Flächen nochmals leicht erholt haben, auch wenn es nur in kleinen Schritten
aufwärts geht: Vor einem Jahr hatten wir einen Zuwachs der Standfläche von 0,5
%, für 2006 rechnen wir mit knapp 1 %.“ Größere Sprünge erwartet der AUMA auch
künftig nicht, denn trotz Aufschwung wird in den Unternehmen unverändert knapp
kalkuliert. Der weitaus größte Teil aller Aussteller kalkuliere sehr nüchtern,
wie viel Fläche sie für die Erreichung ihrer Messeziele benötigten. Dies könne
der Branche nur gut tun, denn bei Messebeteiligungen sollte kühles
Kosten-Nutzen-Denken im Vordergrund stehen.
Hagen kritisierte Unternehmen, die Messebeteiligungen kurzfristig absagten und
ein oder zwei Jahre später wieder zurückkehrten. Das habe mit strategischem
Marketing wenig zu tun und sei oft nur Spiegelbild einer unklaren
Unternehmensstrategie.
Insgesamt erwartet der AUMA auf den internationalen Messen dieses Jahres
171.000 Aussteller, davon 89.000 aus dem Ausland, 6,5 Mio. m² vermietete Fläche
und 9,6 Mio. Besucher.
AUMA_MesseTrend 2007
Die positive Grundstimmung in der Messewirtschaft spiegelt sich auch im
Ergebnis des aktuellen AUMA_MesseTrend wider, der jährlichen repräsentativen
Befragung von 500 deutschen Ausstellern durch TNS Emnid.
Ein Drittel der Unternehmen wollen in den Jahren 2007 und 2008 mehr Geld für
Messebeteiligungen ausgeben, die Hälfte gleich viel und nur 17 % wollen ihre
Messeinvestitionen reduzieren. Dieses Ergebnis ist, so Hagen, noch etwas besser
als im letzten Jahr und es zeigt, dass die deutschen Aussteller ihre
Zurückhaltung der letzten Jahre aufgegeben haben.
Besonders bemerkenswert sei, dass Firmen, die viel exportieren, ihre
Messeinvestitionen überdurchschnittlich ausweiten wollen. 40 % der Aussteller
mit einem Exportanteil von über einem Viertel wollen ihre Messeausgaben
erhöhen. Wer viel exportiere, wisse offensichtlich, dass Messen ihm dabei noch
zusätzlich helfen können.
Immerhin 40 % der in Deutschland aktiven Aussteller stellen auch im Ausland
aus. Investitionsgüter-Aussteller nutzen Auslandsmessen besonders intensiv:
Hier liegt der Anteil bei fast 50 %, während nur 34 % der deutschen
Konsumgüter-Aussteller auch auf Auslandsmessen präsent sind, offensichtlich
auch eine Folge der hohen Exportquoten in der deutschen
Investitionsgüterindustrie.
Der durchschnittliche Messe-Etat für die beiden nächsten Jahre liegt bei rund
270.000 Euro, knapp 1 % mehr als in den Jahren 2005 und 2006. Firmen, die mehr
Geld für Messebeteiligungen ausgeben wollen, investieren dies vorrangig in mehr
Messebeteiligungen und in größere Stände. Es folgen Mehrausgaben für Standbau
und Standpersonal.
Mehr Messebeteiligungen rangieren erstmals seit Jahren vor der Vergrößerung der
Stände. Der AUMA-Vorsitzende: „Das zeigt die wachsende Bereitschaft der
deutschen Aussteller, ihr Messe-Engagement substantiell auszuweiten und nicht
nur ein paar Quadratmeter mehr zu mieten.“ Wer weniger für Messen ausgibt,
reduziert zunächst die Zahl der Beteiligungen, mit großem Abstand folgen dann
Reduzierungen der Standgröße sowie Einsparungen bei Standbau und beim Personal.
Der Anteil der Messen am gesamten Kommunikations-Etat liegt bei rund 41 % und
damit leicht über der Größenordnung der letzten Jahre. Zu ähnlichen Ergebnissen
sind auch aktuelle Untersuchungen der großen Industrie-Fachverbände gekommen
wie die Verbände des Maschinenbaus und der Elektrotechnik.
Die deutschen Aussteller wollen die Zahl ihrer Messebeteiligungen im
Wesentlichen konstant halten. Jeweils rund 23 % der Firmen planen in den
nächsten beiden nächsten Jahren mehr bzw. weniger Beteiligungen.
Die Bedeutung der Messen innerhalb der Business-to-Business-Kommunikation ist
in den ausstellenden Unternehmen weiterhin sehr hoch. 79 % der Unternehmen
betrachten Messen als sehr wichtig oder wichtig. Es folgt der Außendienst mit
78 %. Erheblichen Abstand haben Direct Mailing mit 54 %, Werbung in
Fachzeitschriften mit 48 % und Events mit 42 %. Instrumente, die echte
persönliche Kommunikation ermöglichen, stehen also, so Hagen, unverändert hoch
in der Gunst der Unternehmen.
Fast 260 Veranstaltungen im Auslandsmesseprogramm
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie will im nächsten Jahr
auf 259 Auslandsmessen Exportplattformen für deutsche Firmen zur Verfügung
stellen. Mit 56 Beteiligungen bleibt China der wichtigste Zielmarkt, auch wenn
hier offensichtlich der Höhepunkt des Interesses überschritten ist. Für dieses
Jahr wurden 65 Beteiligungen in das Programm aufgenommen. Deutlich mehr
Beteiligungen sind 2007 in Russland, in der Ukraine, in den Vereinigten
Arabischen Emiraten und in Indien geplant. Die stärksten Messeplätze im
Programm 2007 werden Moskau mit 42 Beteiligungen sein, Shanghai mit 30, Dubai
mit 27, Peking mit 11 und Tokio mit 10.
Für dieses Programm werden aller Voraussicht nach wieder 36 Mio. Euro zur
Verfügung stehen. Das ist jedenfalls Ergebnis der Haushaltsberatungen im
Bundestag. Die Zustimmung des Bundesrates dürfte nur eine Formsache sein.
Jedoch steigt das Interesse an diesem höchst effizienten Instrument
unvermindert. Der AUMA-Vorsitzende: „Der AUMA will erreichen, dass künftig noch
mehr Firmen dieses Programm nutzen können. Das darf aber nicht zulasten der
Qualität der Durchführung und der Gestaltung gehen. Deshalb sollte der
Auslandsmesse-Etat mittelfristig maßvoll er-höht werden“.
Es sei aber schon eine gute Ausgangsposition, dass in der Finanzplanung des
Bundes bis 2009 jeweils 36 Mio. Euro eingestellt sind. Der AUMA werde die
verbesserte Haushaltslage nutzen, um den Parlamentariern auch in den nächsten
Jahren die hohe Wirksamkeit des Auslandsmesseprogramms nahe zu bringen.
Steuermehreinnahmen seien hier gut angelegt.
Deutsche Veranstalter planen erstmals über 200 Auslandsmessen
Die deutschen Veranstalter weiten ihr Auslandsmesse-Engagement unvermindert
aus. Für 2007 sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt 203 Messen auf allen Kontinenten
geplant. Vor einem Jahr waren zum glei-chen Zeitpunkt 186 Messen in Planung.
Die wichtigsten Länder im nächsten Jahr sind erneut China mit 54
Auslandsmessen, Russland mit 33 und die Vereinigten Arabischen Emirate mit 17.
Auf dem vierten Platz folgen, so Hagen, erstmals die USA mit 11 Messen. In den
letzten Jahren hatte jeweils Indien diesen Platz inne. Das zeige, dass die
deutschen Veranstalter auch einen der schwierigsten Messemärkte der Welt,
nämlich die USA, in Angriff nehmen. Die wichtigsten Städte sind fast
gleichrangig Shanghai mit 30 und Moskau mit 29 Messen.
Der AUMA-Vorsitzende begrüßte die zunehmenden Kooperationen deut-scher
Messegesellschaften mit in- und ausländischen Veranstaltern. Sie können so
Chancen besser nutzen und Risiken begrenzen. Oft führten dabei einfache
projektbezogene Kooperationen schneller und nachhaltiger zum Erfolg als z. B.
die oft komplexe Gründung gemeinsamer Unternehmen, was manchmal die spätere
Tagesarbeit belaste.
Hagen sprach sich außerdem dafür aus, Handelsschranken weiter abzubauen. Das
hohe internationale Engagement der deutschen Aussteller und Veranstalter sei
nur möglich, wenn die Märkte in aller Welt möglichst frei zugänglich seien.
Hier gebe es im Einzelfall immer noch Nachholbedarf, insbesondere in China.
Aber man dürfe sich auch umgekehrt nicht von anderen Märkten abschotten. Der
AUMA-Vorsitzende: „Deshalb sehe ich mit erheblicher Skepsis Pläne, eine
transatlantische Freihandelszone zu schaffen. Solche gemeinsamen Märkte bauen
auch immer Barrieren gegenüber anderen auf. Wenn Deutschland weiterhin
hochwertige Produkte z. B. Richtung China verkaufen will und möglichst in noch
größerem Umfang, werden wir auch damit leben müssen, dass China in wachsendem
Umfang Produkte Richtung Europa exportiert. Ich glaube nicht, dass wir unsere
Probleme durch Einfuhrkontingente oder Zölle lösen können und der
Messewirtschaft nutzt dies schon gar nicht“.
Deshalb plädiere er dafür, weiter auf multilaterale Handelsabkommen zu setzen.
Man solle Länder wie China oder künftig auch Russland regelmäßig und
nachdrücklich daran erinnern, welche Verpflichtungen sie mit einer
WTO-Mitgliedschaft eingingen.
Messeförderung für junge Unternehmen startet 2007
Der Geschäftsführer des AUMA, Dr. Peter Neven, erläuterte das neue
Förderprogramm der Bundesregierung für Messebeteiligungen junger innovativer
Unternehmen, das im Sommer 2007 starte.
Dafür ständen für das Restjahr 2007 rund 1,5 Mio. € bereit. Ein wesentliches
Ziel des Programms sei die Stärkung des Exports junger Unternehmen. Deshalb
habe das Ministerium zunächst 10 Messen mit einem ho-hen Anteil ausländischer
Besucher ausgewählt. Messen der Ernährungswirtschaft konnten nicht in das
Programm einbezogen werden, da es von der EU bereits zahlreiche
Vermarktungshilfen für diesen Sektor gibt.
Wie das Programm im Detail funktioniert, ist gegenwärtig innerhalb der
Bundesregierung noch in der Abstimmung. Jedenfalls ist geplant, dass die
Veranstalter Gemeinschaftsstände organisieren und die Aussteller die Standmiete
und den Standbau vom Wirtschaftsministerium erstattet bekommen. Das Programm
soll 2008 fortgesetzt werden mit voraussichtlich verdoppeltem Umfang.
Föderalismusreform: Noch keine Auswirkungen auf Messen absehbar
In diesem Sommer wurde im Rahmen der Föderalismusreform das Recht der
Messen und Märkte auf die Länder übertragen. Dies ermöglicht den Ländern im
Prinzip, individuell in den Messemarkt einzugreifen. Gespräche des AUMA mit den
Landeswirtschaftsministerien haben aber ergeben, dass es großes Interesse an
einer bundesweit einheitlichen Regelung ohne Markteingriffe gibt. Auch ist
geplant, eventuelle Änderungen zwischen allen Ländern abzustimmen.
Pressekontakt:
Harald Kötter, Telefon: 030 / 24 00
0-140, Fax: 030 / 24 000-340
E-Mail: h.koetter@auma.de