Der AUMA-Vorstand im Profil: Vier Fragen an Dr. Michael Schädlich,
CEO der DORMA Gruppe, Ennepetal

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1. Welche Bedeutung haben Messen für Ihre Branche?

Dr. Schädlich: Messen stellen nach wie vor einen starken Baustein im gesamten Marketing-Mix dar. Sie bieten die Möglichkeit der direkten Ansprache von Kunden und Geschäftspartnern zur Anbahnung neuer und Intensivierung existenter Geschäftsbeziehungen. Sie ermöglichen eine gleichzeitige branchenweite Präsentation aktueller Produktentwicklungen und Anwendungslösungen.

Vor allem: Messen können nicht durchs Internet ersetzt werden, da dort der unverzichtbare persönliche Kontakt fehlt. Die bei Multimedia-Präsentationen übliche reine Vermittlung von Wissen tritt bei einer Messe in den Hintergrund. Peoples' business steht im Vordergrund.

2. In welchem Umfang sind Unternehmen Ihrer Branche auf Messen engagiert?

Dr. Schädlich:Auf den wichtigen nationalen Branchenmessen wie z.B. der BAU, der Security oder der Fensterbau sind die marktführenden Unternehmen mit eigenen Ständen vertreten und informieren ihre Zielgruppen über den Stand der Technik, Neuentwicklungen und Visionen. Vor allem ist die Präsenz stets ein guter Indikator für das branchenweite Konjunkturbarometer.

3. Wie schätzen Sie die aktuelle Wirtschaftslage für sich und Ihre Branche ein?

Dr. Schädlich: Die anlässlich der BAU 2009 geführten Gespräche, der Besucherandrang und die gefühlte Stimmung zeigen, dass in unserer Branche gegenwärtig alles andere als Krisenstimmung herrscht.

Allerdings können wir auch nicht vorhersagen, wie die Situation in sechs Monaten aussieht, da der Bau die konjunkturellen Entwicklungen bekanntlich erst mit einer gewissen Verzögerung spürt. Wir bei DORMA sind guter Dinge. Zum einen haben wir ein Programm aufgesetzt, das uns auf mögliche Szenarien flexibel reagieren lässt. Zum anderen möchten wir aus einer möglichen Krise als Gewinner hervorgehen. Auf der BAU 2009 haben wir mit Ideen zur Raumgestaltung im Bereich Private home ein neues Kompetenzfeld besetzt. Darüber hinaus investieren wir in Boommärkte und haben vor kurzem zwei Akquisitionen im indischen Wachstumsmarkt bekannt gegeben.

4. Was sind für Sie die wichtigsten Funktionen des AUMA? Was wünschen Sie dem AUMA für die Zukunft?

Dr. Schädlich: Die deutsche Messewirtschaft ist in der Welt zweifellos führend. Ich wünsche uns, dass der AUMA diese Rolle weiterhin mit kluger Hand begleitet. Das zur Verfügung gestellte statistische Datenmaterial ist für die ausstellenden Unternehmen ein hilfreiches Tool. Für Messeplanungen und -analysen sind diese Informationen wertvoll und unverzichtbar.

Auch möchte ich die aktive Förderung des Messewesens für kleinere Unternehmen erwähnen, denen über Gemeinschaftsstände erst die Möglichkeit einer Präsentation beispielsweise im Ausland gegeben wird. Der AUMA liefert damit meines Erachtens einen wichtigen Baustein zur Qualitätsmarke des "Made in Germany" im Ausland.


Quelle: AUMA_Compact Nr. 4, 27.2.2009. - AUMA_Compact stellt in einer Serie die Vorstandsmitglieder des AUMA vor, abwechselnd Vertreter der Wirtschaft und der Messeveranstalter jeweils in alphabetischer Reihenfolge.

3/2009
Dr. Michael Schädlich

Dr. Michael Schädlich (59) leitet seit 1996 die DORMA Gruppe. Er promovierte 1976 in Hamburg in Physik und war von 1977 bis 1980 persönlicher Assistent von Berthold Beitz, Vorsitzender des Kuratoriums der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung. 1994 trat Dr. Schädlich nach Tätigkeiten für Krupp Atlas Elektronik, Bremen, für die Digital Equipment GmbH, München, und die Krone AG, Berlin, in die Geschäftsleitung der DORMA Gruppe ein. Dr. Schädlich ist seit 2001 Mitglied im AUMA-Vorstand. Er engagiert sich darüber hinaus in weiteren Ehrenämtern: So ist er Mitglied im BDI-Arbeitskreis Messen und Ausstellungen, außerdem Mitglied im Vorstand des Märkischen Arbeitgeberverbandes und des Fachbeirats der Messe BAU in München.

DORMA ist ein internationaler Systemanbieter für Tür-Produkte. Die Gruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2007/2008 einen Umsatz in Höhe von 894 Mio. Euro; weltweit sind rund 7.000 Mitarbeiter beschäftigt. Mit 71 Gesellschaften in 46 Ländern ist das Unternehmen international aufgestellt, Hauptsitz der Gruppe ist Ennepetal.

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