1. Regelmäßig wird der wachsende weltweite Messewettbewerb beschworen. Welche Chancen geben Sie mittelfristig dem Messestandort Deutschland?
Von Zitzewitz: Der Messestandort Deutschland ist nach wie vor weltweit die Nr. 1 in der Durchführung internationaler Messen, in der Qualität der Messegelände und bei den Serviceleistungen. Doch die internationale Konkurrenz wächst schneller, als uns lieb ist, in der Anzahl neuer Veranstaltungen, in der Qualität der Messegelände und der Hallenkapazitäten sowie in der Anbindung an den Nah- und Fernverkehr. Die deutsche Messeindustrie sollte deshalb zum einen bestehende Marktplätze für ihre Kunden permanent weiter entwickeln und weltweit neue Märkte identifizieren. Zum anderen darf sie sich in ihrem eigenen Interesse und dem ihrer Kunden nicht zersplittern.
2. Wie positioniert sich Ihr Unternehmen im nationalen und internationalen Messewettbewerb?
Von Zitzewitz: Die Messe Frankfurt ist eines der internationalsten Messeunternehmen weltweit. Die Marke Messe Frankfurt steht nicht zuletzt dafür, dass unsere Messen und Veranstaltungen die relevanten Marktplätze ganzer Branchen definieren – egal, ob in Frankfurt oder seit über 20 Jahren an weiteren 30 Standorten in der Welt. Innovationen und Inspiration sind die Schlüsselworte unserer Veranstaltungen im In- und Ausland. Neben grundsätzlichen Neuerungen verstehen wir sie aber auch als Neufindung und Leistungssteigerung - bei Veranstaltungen, Services, Organisation und Geländemodernisierungen.
3. Welche Kommunikationsinstrumente werden künftig die schärfsten Konkurrenten der Messe sein?
Von Zitzewitz: Die Bedeutung von Messen im Marketing-Mix ist in den vergangenen Jahren ständig gestiegen. Messen sind multifunktional, als Neuheiten- und Orderbörse, als Informations-, Wissens- und Kontaktpool, als Veranstaltung mit internationaler Reichweite und verstärkt als emotionaler Event. Das kann kein anderes Kommunikationsinstrument zum gleichen Ort und zur gleichen Zeit alleine bieten. Und das wird auch in Zukunft so bleiben. Gleichwohl ergänzen Kommunikationsinstrumente wie virtuelle Plattformen durch ihren Mehr- und Nutzwert Messen hervorragend.
4. Was sind für Sie die wichtigsten Funktionen des AUMA? Was wünschen Sie dem AUMA für die Zukunft?
Von Zitzewitz: Der AUMA vertritt die Interessen der deut-schen Messewirtschaft auf Landes- und auf Bundesebene. Insbesondere die politische Lobbyarbeit, auch gegenüber der EU-Kommission und anderen internationalen Verbänden, ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherung und Weiterentwicklung deutscher Messeplätze. In seiner über einhundertjährigen Geschichte ist es dem AUMA auf hervorragende Weise gelungen, Veranstalter, Aussteller und Besucher mit Kompetenz und großem Engagement in einem Verbund zu organisieren und so den Messestandort Deutschland im internationalen Wettbewerb bestens zu positionieren. Das soll auch in Zukunft so bleiben.
Quelle:
AUMA_Compact Nr. 1, 16.1.2009. - AUMA_Compact stellt in einer Serie die
Vorstandsmitglieder des AUMA vor, abwechselnd Vertreter der Wirtschaft und der
Messeveranstalter jeweils in alphabetischer Reihenfolge.
Januar, 2009