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02.09.2010
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Messen geben Impulse für den Aufschwung
Mehr als ein Jahr nach Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise mehren sich die Zeichen, dass sich die Lage zu mindestens stabilisiert. Die Frage ist, ob und wie die Messewirtschaft davon profitiert. Zunächst ist festzuhalten, dass auch im Krisenjahr 2009 eine Reihe von Messen gewachsen oder zumindest stabil geblieben sind - selbst dann, wenn die jeweiligen Industriebranchen schwächelten. Und manche Messen hatten auch schon vor der Krise Aussteller- und Besucherrückgänge, obwohl es den jeweiligen Branchen gar nicht so schlecht ging. Das heißt: Messen werden zwar durch die Branchenkonjunkturen beeinflusst, aber manche Messe-Entwicklung ist auch hausgemacht - im positiven wie im negativen Sinne.
Meine Prognose lautet daher: Die Messewirtschaft wird sich 2010 wieder stabilisieren mit einem durchschnittlichen Ergebnis knapp unter der Null-Linie. Aber Messen mit strukturellen Problemen werden sich nicht automatisch erholen, wenn es wieder leicht nach oben gehen sollte. In vielen Fällen sind auch neue Konzepte notwendig und die sollten in enger Abstimmung mit der beteiligten Wirtschaft entwickelt werden.
Die ausstellende Wirtschaft hat im Jahr 2009 verschiedenste Sparmaßnahmen eingeleitet oder bereits realisiert. Das ist grundsätzlich vernünftig und unter den gegebenen Umständen nicht vermeidbar. Dennoch gilt auch weiterhin, dass langfristige Kundenbindung und Neukundengewinnung auch voraussetzen, am Markt präsent zu sein. Ich hoffe sehr, dass einige Unternehmen wieder zu einer realistischen und langfristigen Messeplanung übergehen, denn die Qualität einer Messe wird nicht schon deswegen schlechter, weil 5% weniger Besucher kommen. Und letztlich trägt jeder Aussteller durch seine Präsenz mit dazu bei, dass die Messe für alle ein Erfolg wird.
Zu grundsätzlichen Zweifeln an der Wirksamkeit von Messebeteiligungen besteht für mich wirklich kein Anlass. Gerade jetzt brauchen Aussteller persönlichen Kontakt zu ihren Kunden, um deren aktuelle Ziele und wirtschaftliche Situation aus erster Hand kennenzulernen. Das gilt erst recht für das Auslandsgeschäft. Gerade kleinere Unternehmen brauchen deshalb Unterstützung, um auf neuen Märkten auftreten zu können. Die Bundesregierung hat zwar ihr Auslandsmesseprogramm in bescheidenem Umfang gegenüber der früheren mittelfristigen Finanzplanung aufgestockt. Um mehr Wirkung zu erzielen, müsste hier aber noch deutlich zugelegt werden. Der AUMA steht deshalb in engem Kontakt mit den Parlamentariern im Hinblick auf die abschließenden Haushaltsberatungen. Ich selbst werde im Frühjahr das Gespräch mit Bundeswirtschaftsminister Brüderle suchen, damit wir langfristige Planungssicherheit für das Auslandsmesseprogramm bekommen.
Ich bin sicher, dass Messen wesentliche Impulse für einen hoffentlich dauerhaften Aufschwung geben können. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein erfolgreiches Jahr 2010!
Hans-Joachim Boekstegers, Vorsitzender des AUMA
15. Januar 2010
8. bis 9.9.2010 in Nürnberg
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