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Vorschläge der deutschen Messewirtschaft zur Wiederaufnahme und Durchführung von Messen am Messestandort Deutschland

Bund und Länder haben bei der Bewältigung der Corona-Pandemie entschieden und kraftvoll reagiert, um die Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 einzudämmen. Die deutsche Messewirtschaft unterstützt dieses Vorgehen nachdrücklich. Der Schutz aller Messebesucher, Aussteller und Mitarbeitenden hatte für die Branche immer schon Priorität. Der AUMA als Verband der deutschen Messewirtschaft hat im April 2020 gemeinsam mit den deutschen Messegesellschaften Vorschläge zur Durchführung von Messen erarbeitet, die die Hygiene- und Sicherheitskonzepte der jeweiligen Bundesländer berücksichtigen. Die weltweit vorbildliche Infrastruktur am Messestandort Deutschland bietet beste Voraussetzungen, um die Hygiene- und Abstandsregeln zu erfüllen.

Grundsätzlich können und sollen Messen möglichst zeitnah und bis Ende des Jahres 2020 unter den folgenden Rahmenbedingungen durchgeführt werden:

  • Sicherstellung einer Personendichte, die einen generellen Mindestabstand von 1,5 m zwischen Personen im gesamten Gelände und allen Bereichen ermöglicht
  • Einhaltung der vom Robert-Koch-Institut vorgegebenen Hygienestandards
  • Sicherstellung der Kontaktnachverfolgung der Messeteilnehmer


Folgende Gegebenheiten und Maßnahmen sollten daher aus unserer Sicht im Einzelnen bei der Beurteilung und Durchführung berücksichtigt werden:


Personendichte

Messen unterscheiden sich bei der Besucherverteilung in der Fläche, und damit der Personendichte, deutlich von anderen Veranstaltungsformen. Hinzu kommt die zeitliche Dauer von Messen. Messen finden in der Regel ganztägig (für 8 bis 10 Stunden täglich) statt und erstrecken sich zudem über mehrere Tage. Das ist mit keinem anderen Veranstaltungsformat vergleichbar.

Es macht daher einen signifikanten Unterschied, ob 50.000 Teilnehmer sich für wenige Stunden konzentriert an einem Veranstaltungsort treffen oder 50.000 Messebesucher sich über einen mehrtägigen Zeitraum auf einer um ein Vielfaches größeren Fläche befinden, um einem geschäftlichen Zweck nachzugehen. Auf einer Messe befindet sich nie die gesamte Besucheranzahl zu einem Zeitpunkt an einem Ort, sondern verteilt sich zeitlich und räumlich.

Teilnehmer können auf deutschen Messen den geforderten Mindestabstand zueinander einhalten und dennoch ihren Geschäftszweck erzielen.

Das Verhalten von Messebesuchern ist nicht auf ein kollektives Gemeinschaftsgefühl ausgerichtet, sondern fokussiert sich auf den Informationsaustausch, den Wissenstransfer oder den Geschäftsabschluss. Dies führt per se schon zu keiner hohen Personendichte. Die empfohlenen Mindestabstände im Sinne des individuellen Gesundheitsschutzes können sowohl durch das geschilderte Verhalten der Messebesucher selbst als auch in Kombination mit weiteren organisatorischen Maßnahmen eingehalten werden.

Schon jetzt steuern Messeveranstalter gezielt die Personendichte in den Eingangsbereichen, den Messehallen selbst sowie den Konferenzbereichen im rechnerischen Verhältnis zu der jeweiligen Hallen- bzw. Raumgröße. Messeveranstalter haben hierbei langjährige Erfahrungen und können veranstaltungsindividuell Lösungen anwenden. Sie schaffen es, durch eine Anpassung der Flächen oder eine Limitierung der Besucherzahlen dafür zu sorgen, dass die jeweils geltenden Abstände bei ihren Veranstaltungen verpflichtend eingehalten werden.

Darüber hinaus haben Messen die Besonderheit, dass sie die Anzahl der Ein- und Ausgänge je nach individuellem Charakter der Veranstaltung erhöhen oder variieren können, was zusätzlich aktiv zu einer entsprechenden Verteilung der Besucher genutzt werden kann. Das Einhalten des notwendigen Abstands kann zudem durch ein konsequentes Crowd-Management (u.a. durch Wegeführung, Wegeleitsysteme etc) ggf. mit Unterstützung von geschultem Personal und Technologien unterstützt werden.


Hygienestandards

Die konsequente Beachtung der jeweils geltenden Hygienestandards bildet eine konzeptionelle Grundlage für jede Durchführung von Messen. Die deutschen Messestandorte verfügen bereits über eine hervorragende Infrastruktur, die schon jetzt höchste Hygienestandards gewährleistet.  Aktuell wäre hierbei folgendes vorzusehen bzw. ist bereits gegeben:

  • Empfehlungen und Hinweise an Aussteller, die Abstandsregeln und Möglichkeiten der persönlichen Hygiene bereits bei der Standgestaltung und Planung des Messeablaufes zu berücksichtigen.

  • Vor und während der Messe, beginnend vor Aufbau und Anreise, permanente, aktive Information der Aussteller, Besucher und Dienstleister über notwendige, von allen einzuhaltende Maßnahmen des Infektionsschutzes:
    • Maßnahmen und Möglichkeiten für Händehygiene auf dem Gelände
    • Achtung der anerkannten Distanzregeln
    • Priorisierung einer „No-Handshake-Policy“ 
    • Selbstdisziplin bei der Hand-Gesicht-Affinität
  • Einhaltung strenger Hygienevorschriften auf dem Messegelände, insbesondere enge Reinigungszyklen für Gemeinschaftseinrichtungen und Kontaktflächen

  • Eine hohe Dichte an Handwaschmöglichkeiten; Handdesinfektionsmöglichkeiten an Eingängen, Informationsständen, Gastronomiebetrieben ist bereits Teil der Infrastruktur von Messen

  • Mittels der Betriebssteuerung ihrer Belüftungsanlagen können Messen eine gute Durchlüftung von Eingängen, Hallen und Konferenzräumen stets gewährleisten.


Kontaktnachverfolgung

Um gezielte Kontaktnachverfolgungen in Verdachtsfällen zu ermöglichen, ergreifen Messeveranstalter im Vorfeld und während der Veranstaltung geeignete Maßnahmen. Dazu zählen eine starke Fokussierung auf das Online-Ticketing für Messen sowie die Registrierung von Ausstellern, Besuchern und Dienstleistern. Diese Möglichkeiten kommen schon jetzt am Messeplatz Deutschland zum Einsatz und können entsprechend erweitert werden.

06.07.2020




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