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30 Jahre Deutsche Einheit: Die deutsche Messewirtschaft 1990

​Am 3. Oktober 2020 feiert Deutschland 30 Jahre Deutsche Einheit und blickt auf das Jahr 1990 zurück. Das ist auch ein guter Anlass für einen Rückblick auf den Start der gesamtdeutschen Messewirtschaft und die Rolle des AUMA in diesem Jahr. 1990 hat der AUMA noch seinen Sitz in Köln, erst 2001 folgt der Umzug nach Berlin in die Nähe des Alexanderplatzes. Hier wird das AUMA-Team neu aufgestellt, dessen Kolleginnen und Kollegen sowohl ost- als auch westdeutsche Biografien mitbringen.


Rückblick: 1990 wurden die Leipziger Messe GmbH und die Messepark Leipzig-Markkleeberg AUMA-Mitglieder. Schon 1993 begann der Bau des neuen Messegeländes in Leipzig.


Messe-Informationen für die neuen Bundesländer

Bereits vor der offiziellen Vereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 ist der AUMA mit Informationsveranstaltungen in den künftigen neuen Bundesländern präsent. In Kooperation mit den örtlichen Industrie- und Handelskammern und mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministeriums finden 1990 und 1991 insgesamt zehn Veranstaltungen statt, um Aussteller zu Messebeteiligungen unter marktwirtschaftlichen Bedingungen zu beraten.

1990: Der Umbruch der Messelandschaft der DDR beginnt

Im Herbst 1990 findet die Leipziger Messe letztmals als Universalmesse statt. Im Frühjahr 1991 werden parallel eine Konsumgüter- und eine Technische Messe mit konzentrierterem Angebot durchgeführt, das Konzept jedoch grundlegend überarbeitet. Es entstehen einzelne Fachmessen mit separaten Terminen. Parallel dazu entwickeln sich in vielen Städten der neuen Bundesländer regionale Fach- und Verbraucherveranstaltungen, teilweise von wenig zuverlässigen Veranstaltern aus Westdeutschland. Der AUMA führt zahlreiche Beratungsgespräche mit Vertretern der Städte und der neu entstandenen Industrie- und Handelskammern. Auch einige AUMA-Mitglieder bieten erste Veranstaltungen in den neuen Bundesländern an und versuchen, Qualitätsmaßstäbe zu setzen. Schon 1991 beginnt die Konsolidierung der Messelandschaft. Es dauert zum Teil aber noch Jahre, bis sich das Messeangebot an die Wirtschaftskraft der Regionen angepasst hat.

Leipziger Messe wird AUMA-Mitglied

Schon Ende 1990 werden die Leipziger Messe GmbH und die Messepark Leipzig-Markkleeberg Betriebsgesellschaft mbH AUMA-Mitglieder. Weitere neu gegründete und umstrukturierte Veranstalter und Messeplätze mit regionalem Einzugsgebiet werden Mitglieder des FAMA - Fachverband Messen und Ausstellungen, darunter die Messen Chemnitz, Dresden, Erfurt, Magdeburg und Rostock.

Förderprogramm für ostdeutsche Aussteller

Die Zahl ostdeutscher Besucher auf westdeutschen Messen steigt bereits 1990 sprunghaft an. Allerdings gibt es kaum ostdeutsche Aussteller, weder auf Veranstaltungen im Westen noch im Osten. Viele neugegründete oder umstrukturierte Unternehmen sind noch nicht darauf vorbereitet und finanziell in der Lage, Messebeteiligungen durchzuführen. Ab Herbst 1990 unterstützt deshalb das Bundeswirtschaftsministerium Gemeinschaftsausstellungen für Aussteller aus den neuen Bundesländern. Der AUMA erarbeitet Vorschläge für die Förderbedingungen und wird mit der Prüfung von Anträgen und der Ausstellerinformation beauftragt. 1992 werden bereits 2.900 Aussteller unterstützt. Das Programm umfasst zunächst internationale und regionale Fachveranstaltungen, wird 1998 auf internationale Messen konzentriert und bis 2004 fortgesetzt. Ab 1993 gibt es für einige Jahre zusätzlich des Programm "Qualität aus Ostdeutschland", mit dem Aussteller auf Verbraucherausstellungen unterstützt werden. // 01.10.2020

Quelle: Festschrift "100 Jahre AUMA". AUMA (Hrsg. ), m+a Verlag. Frankfurt/Main 2007

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