Interview

„Die Messewirtschaft ist eine Herzensangelegenheit von mir“

Heike Jordan, geschäftsführende Gesellschafterin der Meyer-Haake GmbH Medical Innovations

Auf ihrer jüngsten Sitzung Anfang Juni haben die AUMA-Mitglieder neue Vorstandsmitglieder gewählt – darunter Heike Jordan, geschäftsführende Gesellschafterin der Meyer-Haake GmbH Medical Innovations. Im Interview mit Steffen Schulze  spricht sie über ihre Motivation für das Ehrenamt, die besondere Bedeutung von Messen für kleine und mittlere Unternehmen und die steigenden Anforderungen an Aussteller und Veranstalter.

Liebe Heike Jordan, herzlichen Glückwunsch! Sie sind neu in den Vorstand des AUMA gewählt worden. Wie erleben Sie die Branche, wie erleben Sie unseren Verband bislang?

Herzlichen Dank für die Glückwünsche. Ich habe mich bereit erklärt, mich für den Vorstand des AUMA aufstellen zu lassen, denn die Messewirtschaft ist eine Herzensangelegenheit von mir. Gerade als kleine Firma waren und sind Messen das Instrument, das uns zu Sichtbarkeit und Markteroberung verholfen hat.

Ich bin selten so herzlich und offen in einem Gremium aufgenommen worden, wofür ich mich sehr bedanken möchte. Außerdem erlebe ich den AUMA als sehr engagiert und freue mich auf die Zusammenarbeit.

Was wollen Sie mit Ihrem Engagement im AUMA erreichen?

Messen sind für mich der Inbegriff der Welt zu zeigen, was wir in Deutschland zu bieten haben. Insbesondere kleinen und mittleren Firmen bieten die Messen einen Marktzutritt und eine Präsentationsplattform, die in unserer digitalen Welt nicht zu unterschätzen ist. Hervorheben möchte ich dabei auch die Unterstützung der Bundesregierung, zum Beispiel mit Förderungen für Auslandsmessebeteiligungen. Da soll zwar eine Kürzung kommen, was wirklich schade wäre, aber im Moment hoffen wir noch.

Sie sind geschäftsführende Gesellschafterin eines Medizintechnikherstellers. Welche Parallelen gibt es zwischen der Medizintechnik und der Messewirtschaft oder wo ticken die beiden Branchen grundsätzlich anders?

Ich denke die Gemeinsamkeiten überwiegen – wir möchten uns präsentieren, zeigen, was wir haben und können und unseren Marktanteil erweitern. Grundsätzlich haben es Messen schwerer in puncto Innovation. Gerade in der Medizintechnik tut sich immer sehr viel im Bereich Forschung und Entwicklung. Wobei auch bei uns Innovationen durch Bürokratie und Regulierungen immer schwieriger werden.

Hat sich das Messegeschäft aus Ihrer Sicht verändert? Haben sich in den vergangenen drei Jahren die Erwartungen verändert?

Jeder – sei es als Besucher einer Messe oder als Aussteller – ist kostenbewusster geworden. Man überlegt sich sehr, auf welche Messe gehe ich und welche lasse ich vielleicht mal weg. Leider ist eine Messebeteiligung für eine Firma immer mit hohen Kosten verbunden und die Wirtschaft in Deutschland leidet. Da überlegt man sich natürlich, wo man sparen kann.

Gerade bei den Besuchern fällt mir auf, dass man auch da effizient sein möchte. Man geht vielleicht nicht mehr alle Tage, sondern nur noch einen und möchte dann die interessanten Aussteller möglichst schnell finden. Außerdem wird auch bei einem Messebesuch ein Erlebnis erwartet. Einfach nur einen Stand, wo Waren präsentiert werden, das kennt man schon. Dies wiederum bedeutet aber für den Aussteller auch wieder höhere Kosten. Dennoch darf man nie stehen bleiben, muss sich aber auch nicht ständig neu erfinden – aber ein Mittelmaß ist sehr wertvoll.

Wie viele Messebeteiligungen stemmt Ihre Firma pro Jahr? Wo kann man Ihr Unternehmen demnächst in Deutschland und weltweit auf Messen treffen?

Wir sind sehr fachspezifisch unterwegs. Im Inland sind das meist Kongresse der einzelnen medizinischen Fachverbände, so wie zum Beispiel im Mai der HNO-Kongress in der Messe Ulm. Im Ausland sind unsere Distributoren auf den jeweiligen Messen vertreten. Wir haben Business Development Manager in Dubai, Singapur und São Paulo, die die jeweiligen Regionen betreuen. Deshalb ist selten jemand von uns aus Deutschland vor Ort, aber es kommt auch manchmal vor.

Welches schöne Erlebnis auf einer Messe fällt Ihnen ein?

Es ist kein einzelnes Ereignis, das mir da einfällt, sondern es sind die Menschen, die ich auf Messen kennenlerne. Das hat für mich unschätzbaren Wert. Messen sind nicht nur eine Wertschöpfung für meine Firma, sondern auch für mich eine Möglichkeit, Menschen und Kulturen kennenzulernen. Was gibt es Schöneres?

Heike Jordan ist seit Dezember 2009 geschäftsführende Gesellschafterin der Meyer-Haake GmbH Medical Innovations, Ober-Mörlen. Begonnen hat sie ihre berufliche Laufbahn als Bankkauffrau, als Sparkassenfachwirtin und -betriebswirtin. Danach hat sie eine Ausbildung zum Coach für Verkaufs- und Führungskräfte absolviert und war zuerst beim Badischen Sparkassen- und Giroverband tätig und danach selbstständig. Seit 2001 ist sie bei der Meyer-Haake GmbH Medical Innovations, zunächst als Exportmanagerin und dann in der Geschäftsführung. 2026 feiert sie ihre 25-jährige Betriebszugehörigkeit. 
 

Kontakt

https://www.meyer-haake.com 
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