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9. Januar 2024Messe­wirtschaft

Ausblick: Messeveranstalter optimistischer als Gesamtwirtschaft

 

Zu Beginn des Jahres 2024 haben sich die wirtschaftliche Lage und Erwartungen der meisten Branchen in Deutschland deutlich verschlechtert. Das zeigt die aktuelle Verbändeumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). 30 der 47 befragten Branchenverbände beschreiben die aktuelle Lage im Vergleich zum Vorjahr als schlechter, nur sechs beobachten eine Verbesserung. Zu den Optimisten gehört die deutsche Messewirtschaft. Die Mehrheit der Messeveranstalter schätzt die allgemeine Stimmungslage besser ein als zum Vergleichszeitraum 2022/2023. Dies liegt vor allem daran, dass sich die Branche nach Ende der staatlichen Corona-Beschränkungen stabilisieren konnte. Zum Teil wurde ein besserer Umsatz als im Vergleichszeitraum 2022/2023 erwirtschaftet, aber die Kosten stiegen vergleichsweise stark an. Messeveranstalter konnten 2023 erstmals wieder ihre vollständigen Messeprogramme durchführen. 2022 begann das Messejahr erst im späten Frühjahr.

  • Hendrik Hochheim, Geschäftsbereichsleiter Messen Deutschland im Verband der deutschen Messewirtschaft AUMA: „Für Messeveranstalter lief 2023 erfolgreich – trotz geopolitischer Unsicherheiten und Kostensteigerungen. Rund 300 Messen haben stattgefunden mit 180.000 ausstellenden Unternehmen und 11,5 Millionen Besucherinnen und Besuchern. Überragend ist der Zuspruch der internationalen Aussteller und Fachbesucher für unseren global führenden Messeplatz. 2024 sind mehr als 330 Messen in Deutschland geplant – davon fast 180 nationale oder internationale Leitmessen der Wirtschaftszweige.“

Die IW-Verbändeumfrage zeigt für den Verlauf des neuen Jahres gesamtwirtschaftlich eher eine pessimistische Prognose auf. Gerade einmal neun Verbände rechnen im kommenden Jahr mit steigenden Geschäftsergebnissen. 15 gehen davon aus, dass die Lage sich kaum verändern wird. Die übrigen 23 Verbände glauben, dass 2024 schlechter wird als 2023. Trotz optimistischer Grundhaltung der Messebranche sind die Erwartungen durchwachsen: etwas mehr als die Hälfte der Veranstalter geht in diesem Jahr von besseren, der Rest von niedrigeren Ergebnissen aus. Gründe für diese zweigeteilte Einschätzung sind, dass der Messeturnus von geradem zu ungeradem Jahr unterschiedlich ist, was Umsatzschwankungen mit sich bringt. Dazu kommen Unsicherheitsfaktoren wie Kostensteigerungen und die Herausforderung, die wirtschaftlichen Folgen der Krisendichte zu bewältigen.

Was die Investitionen angeht, so steht der deutschen Wirtschaft ein schwaches Jahr bevor. 22 der befragten Verbände rechnen mit Rückgang, nur acht Branchen rechnen mit höheren Investitionen. Unter diesen ist auch die deutsche Messewirtschaft. Der überwiegende Teil der deutschen Messeveranstalter plant mehr Investitionen, hauptsächlich in die IT, in die Digitalisierung und in die Gelände- und Infrastruktur. Es gibt weiterhin Nachholbedarf von Investitionen, welche während der Pandemie verschoben wurden. Einige Veranstalter planen weniger Investitionen. Gründe hierfür sind allgemeine Kostensteigerungen, Unsicherheiten bei Energiepreisen und rund um Förderprogramme im Bundeshaushalt.

Die niedrigen Produktionserwartungen in den Branchen schlagen sich nicht entsprechend in den Stellenplänen nieder. Zwar ist der Anteil der Verbände, die mit Stellenabbau rechnen, gestiegen. Aber 19 der 46 Verbände sehen für ihren Wirtschaftsbereich stabile Beschäftigung. Dazu gehört auch die Messewirtschaft. Während der Pandemie haben die Messeveranstalter viele Mitarbeiter verloren. Diese offenen Stellen wurden zum Teil wieder besetzt. Jetzt stabilisieren sich die Beschäftigtenzahlen.

Weitere Informationen: https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Report/PDF/2023/IW-Report_2023-IW-Verbandsumfrage-2024.pdf  

5. Januar 2024




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