Zahl der deutschen Gemeinschaftsstände auf Messen sinkt
Leichte Etat-Erhöhung gleicht jahrelange Kostensteigerungen nicht aus
230 German Pavilions in diesem Jahr vorgesehen
Berlin, 12. Januar 2026 | Im neuen Jahr unterstützt das Auslandsmesseprogramm (AMP) des Bundeswirtschaftsministeriums deutsche Unternehmen mit 236 Gemeinschaftsbeteiligungen auf Messen in über 50 Ländern. Für die Unterstützung von deutschen Unternehmen auf ihren ersten Auslandsmessen sind 44 Millionen Euro im Bundeshaushalt eingestellt. Das ist zwar ein knappes Prozent mehr als im Vorjahr, die Zahl der deutschen Gemeinschaftsstände, der German Pavilions, ist jedoch um zehn Prozent gesunken. Die Kosten von Auslandsmessebeteiligungen sind seit Jahren gestiegen, zuletzt um bis zu 40 Prozent. Der Verband der deutschen Messewirtschaft AUMA koordiniert das Programm für die ausstellende deutsche Wirtschaft und warnt vor einem weiteren schleichenden Abbau dieses zentralen Exportförderinstrumentes.
- Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Messewirtschaft AUMA: „Das Auslandsmesseprogramm ist das starke Instrument für den deutschen Mittelstand, um in diesen fragilen Zeiten neue Absatz- und Beschaffungsmärkte zu erschließen. Der Deutsche Bundestag muss deutlich mehr Mittel zur Verfügung stellen, um deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu stärken. Wir fordern eine Erhöhung des Budgets um fünf Millionen auf mindestens 49 Millionen Euro, um die hohe Qualität und starke Quantität halten zu können. 20 deutsche Gemeinschaftsstände weniger auf den Messen weltweit bedeuten hundertfach weniger Exportchancen für den deutschen Mittelstand.“
Die wichtigste Weltregion der staatlichen Förderung 2026 bleibt Süd-Ost-Zentralasien mit rund 95 Beteiligungen. In Nordamerika sind 34 Beteiligungen vorgesehen, gefolgt vom Nahen und Mittleren Osten mit 33 German Pavilions. Die fünf wichtigsten Länder der Förderung sind die USA (32 Beteiligungen), China (27), die Vereinigten Arabischen Emirate (23), Indien (20) sowie Saudi-Arabien und Singapur (je 10).
Bei den im AMP geförderten Messen trägt der Bund rund 50 Prozent der direkten Messekosten, alle weiteren Kosten das ausstellende Unternehmen. Studien belegen, dass die Beteiligung an Auslandsmessen den Export der deutschen Wirtschaft enorm ankurbelt, was wiederum Sicherung für Produktion, Arbeitsplätze und Steuern hierzulande bedeutet. In Zahlen: 1 Steuer-Euro Investition ermöglicht rund 216 Euro Wertschöpfung.
Jährlich nehmen bis zu 5.000 deutsche Unternehmen die Förderung des Bundes in Anspruch. Seit Start des Programms 1949 sind derart mehr als 215.000 kleine und mittelständische Unternehmen des deutschen Mittelstands auf Auslandsmessen gewesen.
Das AMP umfasst im ersten Halbjahr rund 120 Messebeteiligungen. Ausgewählte Termine:
- Januar, USA: Das Jahr startet mit vier German Pavilions in den USA: 115 Aussteller präsentieren ihre Produkte in Las Vegas, San Francisco, Anaheim und Miami Beach unter der Dachmarke “made in Germany”. Den Auftakt machte bereits die International CES - Consumer Electronics Show.
- Februar, Vietnam: Erstmals richtet die Messe Frankfurt auf Antrag des Gesamtverbandes textil+mode einen German Pavilion auf der Vietnam International Trade Fair for Apparel, Textiles and Textile Technologies (VIATT) in Ho-Chi-Minh-Stadt aus. Die VIATT ist die führende Fachmesse der Region für die gesamte textile Wertschöpfungskette. Termin ist der 26. bis 28. Februar.
- März, Italien: Mit dem German Pavilion auf der Cosmoprof in Bologna steht die stärkste Beteiligung der deutschen Kosmetikindustrie an. Vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW) eingebracht, präsentieren sich vom 26. bis 28. März mehr als 50 Aussteller.
- April, China: Rund 90 Aussteller präsentieren sich auf dem German Pavilion auf der Chinaplas, eine der größten Beteiligungen im AMP. Die Fachmesse für Kunststoff- und Gummi-Industrie gilt als wichtigstes Branchenereignis in Asien. Sie findet vom 21. bis 24. April in Shanghai statt.
- Mai, Saudi-Arabien: Das Land zählt zu den Top-Fünf-Auslandsmärkten der deutschen Aussteller im AMP. Drei der zehn geplanten German Pavilions finden im Mai in Riad statt.
- Juni, weltweit: Einer der stärksten Monate im Auslandsmesseprogramm 2026. Gleich 23 German Pavilions sind weltweit geplant, davon sieben erstmals.
Der AUMA-Arbeitskreis Auslandsmessebeteiligungen schlägt dem Bundeswirtschaftsministerium jährlich Messen für das AMP vor. Der Arbeitskreis besteht aus Vertreterinnen und Vertretern der exportorientierten deutschen Spitzen- und Fachverbände, der Bundesministerien für Wirtschaft und Energie (BMWE) sowie Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), des Auswärtigen Amtes und der Bundesländer.
Der AUMA ist der Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V., der Dachverband der deutschen Messewirtschaft. International wie national vertritt er die Interessen aller großen und mittleren Messegesellschaften Deutschlands, internationaler Veranstalter in Deutschland sowie der Verbände, welche Aussteller, Service-Unternehmen, kleine Messeveranstalter, Besucherinnen und Besucher vertreten..

