Messewirtschaft
IW-Umfrage: Messebranche verhalten optimistisch
14. Januar 2026 // Die deutsche Messewirtschaft startet mit vorsichtigem Optimismus ins Jahr 2026. In einer Umfrage des Verbands der deutschen Messewirtschaft AUMA für die Verbandsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zum Jahreswechsel schätzen knapp zwei Drittel der 21 befragten Messeveranstalter die Stimmungslage als stabil oder besser ein als ein Jahr zuvor. Damit blicken die Messen erneut optimistischer auf ihr Geschäft als ein großer Teil der deutschen Wirtschaft: 18 von 46 Verbänden – zeigt die IW-Verbändeumfrage – bewerten die Stimmungslage in ihrem Wirtschaftsbereich als schlechter als vor einem Jahr. Insbesondere in den Industriebereichen zeigt sich die Krise deutlich, nur 14 Verbände sprechen von einer Verbesserung.
Die optimistischere Stimmung der Messebranche gründet sich auf interne Faktoren, etwa erfolgreiche Messeprojekte, neue Veranstaltungen und die fortschreitende Digitalisierung. Die Geschäftserwartungen sind in der Messewirtschaft überwiegend zuversichtlich: Über 60 Prozent der Unternehmen rechnen mit einem besseren oder sogar deutlich besseren Ergebnis als im Vorjahr, wobei messeturnus-bedingte Effekte den Vergleich zu 2025 beeinflussen.
Gesamtwirtschaftlich fallen die Produktionserwartungen positiver aus als die Stimmungslage. 37 Verbände erwarten eine gleichbleibende oder höhere Produktion als im Jahr 2025, während nur neun Branchen Rückgänge erwarten. Trotzdem bleiben die Erwartungen verhalten. Die Optimisten finden sich vor allem im Dienstleistungssektor, während die Industrie weiterhin zurückhaltend bleibt. Dementsprechend fallen die Beschäftigungs- und Investitionserwartungen für 2026 schlechter aus. Nur wenige Branchen wie die Pharma-, sowie die Luft- und Raumfahrtindustrie, der Schiffbau und Meerestechnik wollen neue Arbeitsplätze schaffen.
In der Messewirtschaft bleibt die Investitionsbereitschaft stabil bis leicht steigend, getrieben von langfristigen Bau- und Digitalisierungsprojekten. Die Beschäftigtenzahlen sollen überwiegend konstant bleiben – größere Veränderungen sind nicht geplant.
Externe Unsicherheiten fordern die Messewirtschaft
Herausforderungen sieht die Branche vor allem bei externen Faktoren: Die wirtschaftliche Situation der ausstellenden Unternehmen, geopolitische Unsicherheiten und deutliche Kostensteigerungen werden von der Mehrheit als große Risiken für 2026 bewertet. Auch der bürokratische Aufwand und steuerliche Rahmenbedingungen belasten die Unternehmen. Im internationalen Wettbewerb schätzen fast die Hälfte der Befragten die Position deutscher Messen als schlechter ein als die der Konkurrenz – insbesondere aufgrund hoher Kosten, langsamer Digitalisierung und fehlender politischer Unterstützung.
Im Vergleich zu 2025 bleibt die Branche zwar auf Wachstumskurs, doch Unsicherheiten und strukturelle Herausforderungen dämpfen die Zuversicht. Die Messewirtschaft setzt daher auf interne Stärken, Investitionen und Innovationen, um sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten und die Chancen des kommenden Jahres zu nutzen.
Entwicklung 2026 knüpft an die positive Vorjahresbilanz an
Erste AUMA-Hochrechnungen zeigen für 2025 bei allen wesentlichen Branchen-Kennzahlen Pluszeichen: Auf den 304 Messen des Vorjahres wurden 190.490 Aussteller gezählt (+ 0,7 Prozent verglichen jeweils mit ihren Vorveranstaltungen). Die vermietete Standfläche stieg ebenfalls leicht um 0,7 Prozent auf mehr als 6,9 Millionen Quadratmeter. Die Zahl der Besucherinnen und Besucher stieg sehr deutlich um drei Prozent auf mehr als 12,8 Millionen Besucherinnen und Besucher.
2026 sollen 320 Messen in Deutschland stattfinden. Darunter finden sich zahlreiche Leitmessen mit mehrjährigem Turnus, wie die Fachmesse für Investitionsgüter des Handels, EuroShop, und die Verpackungsmesse interpack in Düsseldorf, die zuletzt 2023 stattgefunden haben, oder die Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz INTERSCHUTZ in Hannover, die zuletzt 2022 ihre Tore öffnete. Gleichzeitig feiern traditionsreiche Veranstaltungen große Jubiläen: Die Grüne Woche in Berlin wird 100 Jahre alt, die Spielwarenmesse in Nürnberg feiert ihre 75. Ausgabe. Diese Vielfalt und Kontinuität unterstreichen die unverzichtbare Rolle der Messen als Plattformen für Innovation, Begegnung und wirtschaftlichen Fortschritt – und geben der Branche auch für die kommenden Jahre eine positive Perspektive.
Text und Redaktion: Anne Böhl


