Messe­wirtschaft

VDR-Geschäftsreiseanalyse 2026: Geschäftsreisen werden effizienter

Geschäftsreisen in Deutschland feiern ein Comeback, allerdings unter neuen Vorzeichen. Die aktuelle Geschäftsreiseanalyse des Verbandes Deutsches Reisemanagement (VDR) belegt: Unternehmen reisen wieder mehr, planen aber deutlich effizienter. Für die Messewirtschaft birgt diese neue Kostendisziplin Chancen und Anpassungsdruck zugleich.

Mit 116,1 Millionen Geschäftsreisen im Jahr 2025 nähert sich das Volumen - nach einem kleinen Einbruch 2024 - wieder dem Niveau von 2023 an. Trotz dieser positiven Entwicklung sinken die durchschnittlichen Kosten pro Trip um knapp fünf Prozent auf 418 Euro. Das zeigt deutlich: Unternehmen werten die persönliche Präsenz zwar als essenziellen Wettbewerbsvorteil, steuern die Ausgaben angesichts des anhaltenden Kostendrucks jedoch stärker.

Reisevolumen steigt, Budgets bleiben knapp

Maßgeblicher Treiber dieser Entwicklung ist der Mittelstand. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stemmen über drei Viertel des gesamten Reisevolumens. Um Budgets zu schonen, fokussieren sie sich stark auf kostengünstigere und besser planbare Ziele im Inland, 70 Prozent ihrer Reisen finden innerhalb Deutschlands statt.

Parallel nimmt die Internationalisierung wieder zu, getragen vor allem von Großunternehmen, die deutlich internationaler reisen als kleine und mittlere Betriebe. Inzwischen entfallen rund 30 Prozent der geschäftlichen Übernachtungen auf das europäische Ausland.

Was bedeutet das für Messen? Zunächst einmal bestätigt der Reise-Aufschwung die unverzichtbare Rolle persönlicher Begegnungen. Allerdings wandeln sich die Anforderungen des Publikums: Geschäftsreisen werden strenger priorisiert, Aufenthalte zeitlich komprimiert und Entscheidungen konsequent anhand von Kosten-Nutzen-Faktoren getroffen.

Für Veranstalter bedeutet das: Formate, Services und insbesondere die Kostenstrukturen vor Ort müssen noch konsequenter auf Effizienz ausgerichtet werden. Gleichzeitig haben Messen in diesem Umfeld einen unschlagbaren strategischen Vorteil: Sie ermöglichen die Bündelung mehrerer Geschäftsanlässe an einem Ort und bedienen so perfekt das aktuelle Bedürfnis nach „mehr Wirkung pro Trip“.

Welche gesamtwirtschaftliche Wirkung damit entfaltet wird zeigt die aktuelle AUMA-Studie „Der Messe-Effekt: Wertschöpfung, Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit“. In einem durchschnittlichen Messejahr geben ausstellende Unternehmen rund 11,8 Milliarden Euro für ihre Messeauftritte in Deutschland aus, Besucherinnen und Besucher weitere 3,9 Milliarden Euro. Insgesamt lösen direkte Ausgaben von 15,9 Milliarden Euro zusätzliche indirekte Effekte von 10,1 Milliarden Euro sowie induzierte Effekte von 3,9 Milliarden Euro entlang der Wertschöpfungskette aus. Damit trägt die Messewirtschaft hierzulande Jahr für Jahr mit gut 30 Milliarden Euro zur Wirtschaftsleistung bei und sichert mindestens 280.000 Arbeitsplätze – vor allem im Transportwesen, im Gastgewerbe und im Handel.

 

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