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18. Dezember 2018Messe­wirtschaft

AUMA-Vorsitzender Walter Mennekes zum Jahreswechsel

Natürlich haben Messen eine Zukunft, sogar eine gute!

 

AUMA-Vorsitzender Walter Mennekes, Mennekes Elektrotechnik GmbH & Co. KG
Liebe Mitglieder und Partner des AUMA,

 

haben Messen noch eine Zukunft? Und wenn ja, welche? Diese Fragen wurden in den letzten Wochen und Monaten mehr als einmal gestellt – im Zusammenhang mit der Digitalisierung, mit Entwicklungen in einzelnen Wirtschaftszweigen oder in Diskussionen über künftige Messe- und Eventformate. Meine Antwort ist einfach: Natürlich haben Messen eine Zukunft, und zwar eine gute! Und dafür gibt es gute Gründe.

Die Messen wachsen weiter, die Digitalisierung hilft uns dabei.

Zunächst einmal: Die internationalen Messen in Deutschland haben 2018 nach unseren vorläufigen Berechnungen ein grundsolides Ergebnis abgeliefert, mit leichten Zuwächsen der Ausstellerzahlen und Standflächen und stabilen Besucherzahlen auf hohem Niveau, und das trotz mancher Unsicherheiten auf den Weltmärkten – von den Auswirkungen der aktuellen US-Außenhandelspolitik über den Brexit bis zu wachsendem staatlichen Einfluss auf die Wirtschaft in China. Und die Digitalisierung hat den Messen bisher jedenfalls deutlich mehr genutzt als geschadet. Vor allem sind Messebeteiligungen effizienter geworden, durch bessere und einfachere Kommunikationsmöglichkeiten rund um die Messe. Weitere Fortschritte sind hier zu erwarten. Zu beachten ist allerdings, dass der deutlich wachsende Onlinehandel auch im B2B-Geschäft zunimmt und dadurch auch das Messegeschäft tangiert, wenn auch nicht im Kern. Denn bei Geschäften auf Messen geht es selten um Routinebeschaffungen, sondern oft um Innovationen und große Einzelprojekte.

Auch Messeformate sind in der Diskussion. Natürlich müssen sich Messen weiterentwickeln. Aber die meisten Grundkonzepte unserer Messen sind zukunftsfähig. Bedarf an deutlich veränderten Formaten gibt es nur in einem relativ schmalen Segment von Messen. Ich warne davor, die Festivalisierung generell als neuen Messetrend auszurufen. Sie wird vor allem dann funktionieren, wenn die Messe nur ein relativ kleiner Teil eines Gesamtevents ist. Das ist aber ein anderes Geschäftsmodell. Denn dann müssen im Wesentlichen die Besucher ein solches Event finanzieren. Und wollen wir alle wirklich kleinere Messen, die womöglich im Rahmen des gesamten „Festivals“ weniger Aufmerksamkeit bekommen?

Emotionalisierung muss Mehrwert bieten

Messen aller Art werden aber emotionaler werden, auch die B2B-Messen, sofern sie es nicht ohnehin schon sind. Denn Messen, auf denen Maschinen und Anlagen in Betrieb sind, auf denen man Produkte ausprobieren kann, auf denen der Besucher Teil des Geschehens wird, haben diesen Trend schon vorweggenommen. Für andere Messetypen ist die Kreativität von Ausstellern, Veranstaltern und Dienstleistern gefragt. Aber letztlich geht es darum, dass alle Neuausrichtungen dem Großteil der Aussteller und Besucher einen geschäftlichen Mehrwert bieten müssen, denn sie finanzieren das Ganze. Erste Ergebnisse unserer Ausstellerbefragung AUMA MesseTrend zeigen übrigens, dass die deutschen Aussteller ihre Investitionen in Messebeteiligungen weiter erhöhen wollen. Schließlich: Viele Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Wunsch nach persönlicher Kommunikation im digitalen Zeitalter nicht abnehmen wird. Und wo gibt es persönliche Kontakte in konzentrierterer Form als auf Messen?

Was Messen heute und künftig ausmachen, wird der AUMA übrigens in einer neuen Werbekampagne für Messen Made in Germany herausstellen, die voraussichtlich Mitte 2019 starten wird.

Die Relevanz von Messen als Innovationsforen wird auch dadurch unterstrichen, dass das Bundeswirtschaftsministerium sein Förderprogramm für junge innovative Unternehmen bis 2023 verlängert hat: Aus meiner Sicht eine weitsichtige Maßnahme, die die Veranstalter und natürlich die angesprochenen Unternehmen intensiv nutzen sollten.

Auslandsmesseprogramm: Höherer Etat bietet neue Chancen

Der Etat des Auslandsmesseprogramms des Bundes entwickelt sich 2019 erfreulich positiv. Die deutschen Unternehmen, die auf schwierigen und entfernten Märkten ausstellen wollen, können mit einer Unterstützung von insgesamt 45,5 Mio. Euro rechnen. Eingeschlossen sind hier 1,5 Mio. Euro speziell für Beteiligungen in Afrika. Der Einsatz vieler Beteiligter für eine Erhöhung des Etats hat Früchte getragen. Denn in den beiden letzten Jahren lag er bei 44 Mio. Euro und noch 2015 bei 42,5 Mio. Euro. Es gilt jetzt, die Chancen, die sich nun ergeben, zu nutzen, ob für Beteiligungen in Afrika oder in anderen Weltregionen. Auch wenn sich in manchen Ländern die Rahmenbedingungen verschlechtert haben – mittelfristig braucht unsere Wirtschaft ein noch breiteres Spektrum von Exportmärkten. Die Grundlagen dafür können und müssen wir jetzt legen.

Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches (Messe-)Jahr 2019.

Ihr
Walter Mennekes




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