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17. Dezember 2015Messewirtschaft

AUMA-Vorsitzender zum Jahreswechsel

​Liebe Mitglieder und Partner des AUMA,

Walter Mennekes
Vorsitzender des AUMA

die deutsche Messewirtschaft kann mit dem Geschäftsverlauf des Jahres 2015 zufrieden sein – das zeigen jedenfalls die bisher vorliegenden Ergebnisse der Messeveranstalter und auch die vorläufigen Berechnungen des AUMA. Die Ausstellerzahlen, die Standflächen und die Besucherzahlen der internationalen und nationalen Messen in Deutschland sind auf hohem Niveau um jeweils rund 1 bis 2% gestiegen. Sicherlich laufen nicht alle Messen gleich gut, aber die Mehrzahl der Veranstaltungen ist auf Wachstumskurs. Das ist durchaus keine Selbstverständlichkeit in einer Zeit, in der die Welt von zunehmender Unsicherheit geprägt ist. Denn gerade unsere international geprägte Branche lebt quasi von stabilen weltweiten  Wirtschaftsbeziehungen. Aber Messen können auch in begrenztem Umfang durchaus dazu beitragen, Spannungen abzubauen. Der Dialog ist ja gewissermaßen die Kernkompetenz jeder Messe, auch wenn es dabei „nur“ um Wirtschaftsfragen geht.

Deshalb muss auch die deutsche Wirtschaft weiter starke Präsenz auf Auslandsmärkten zeigen. Es gibt noch viele Märkte mit erheblichem Nachfrage-Potential für Produkte MADE IN GERMANY – dabei sollte man nicht immer nur an China denken, sondern auch an andere Staaten in Südost-Asien, in Afrika oder Lateinamerika, die nicht so im Fokus stehen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen brauchen dafür auch Unterstützung. Erfreulicherweise ist absehbar, dass der Etat für das Auslandsmesseprogramm des Bundes im Jahr 2016 zumindest nicht gekürzt wird. Mittelfristig brauchen wir aber eine substanzielle Erhöhung. Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben uns in diesem Jahr erklärt, wie wichtig für ihre Entwicklung das Auslandsmesseprogramm ist. Solche Firmen müssen wir in ihrem Auslandsengagement weiter unterstützen und bestärken.

Sorgen bereiten uns einige Nebeneffekte des Mindestlohn-Gesetzes. Hier geht es ausdrücklich nicht darum, den Mindestlohn für deutsche Arbeitnehmer in Frage zu stellen. Es geht um die rund 100.000 ausländischen Aussteller, die sich jährlich in Deutschland präsentieren. Nach Auffassung des
Arbeits- und Sozialministeriums muss den ausländischen Arbeitnehmern dieser Unternehmen für die Tage, die sie auf Messeständen in Deutschland tätig sind, ebenfalls deutscher Mindestlohn gezahlt werden.
 
Wohlgemerkt geht es hier um Arbeitnehmer, die für Deutschland gar keine generelle Arbeitserlaubnis benötigen. Wir können nur an die zuständigen Behörden appellieren, hier Augenmaß zu bewahren. Hier hunderttausende von Arbeitnehmern aus Chile oder China in Kontrollverfahren zu verwickeln, dürfte erstens erhebliche Bürokratie nach sich ziehen und zweitens das Image Deutschlands nicht gerade fördern.

Auf das Jahr 2016 kann die deutsche Messewirtschaft mit vorsichtigem Optimismus blicken. Für einen Großteil der ausstellenden Unternehmen, die wir im November befragt haben, sind Messen weiterhin eines ihrer zentralen Kommunikationsinstrumente – jedenfalls im Business-to-Business-Sektor. Der persönliche Kontakt zählt eben oft mehr als vieles andere. Und die ungebrochene Anziehungskraft des Messeplatzes Deutschland für ausländische Aussteller und Besucher unterstreicht die Qualität unserer Messen.

Ich wünsche Ihnen erholsame Festtage und ein erfolgreiches Jahr 2016.

Ihr
Walter Mennekes
Vorsitzender des AUMA

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