Coronavirus: Aktuelle Informationen

20. April 2021Messe­wirtschaft

AUMA fordert Konzept für Neustart

Angesichts des aktuellen Corona-bedingten Lockdowns fordert der AUMA, die Durchführung von Messen analog zum Zeitpunkt der Öffnung des Einzelhandels wieder zuzulassen. Alle Messeteilnehmer – Aussteller, Veranstalter, Besucher und Serviceunternehmen – brauchen jetzt eine Perspektive, damit auch zum Nutzen der gesamten Wirtschaft erfolgreiche Messen stattfinden können. Dazu hat der AUMA folgende Eckpunkte formuliert:

  • Messen sind zentrale Instrumente für die Geschäftsanbahnung, die Präsentation von Innovationen und für Kooperationsverhandlungen. Das gilt insbesondere für den Mittelstand als Rückgrat der deutschen Wirtschaft.

  • Messen müssen wieder als geschäftsorientierte Veranstaltungen eingeordnet werden entsprechend den Beschlüssen vom 6. Mai 2020 und dürfen nicht den Freizeitveranstaltungen zugeordnet werden wie in den Beschlüssen am 28. Oktober 2020.

  • Aufgrund der langen Vorlauf- und Planungszeiten der Veranstalter und Aussteller muss frühzeitig eine Öffnungsperspektive formuliert werden.

  • Wegen der Ähnlichkeit der Geschäftsabläufe und der räumlichen Strukturen muss die grundsätzliche Zulassung von Messen zeitgleich zur Öffnung des Einzelhandels erfolgen.

  • Erprobte und bewährte Standards für den Gesundheitsschutz auf Messen liegen vor und müssen nur reaktiviert werden.

  • Messen bieten für den Gesundheitsschutz exzellente Rahmenbedingungen wie großzügige Flächen zur Steuerung der Besucherströme, moderne Lüftungssysteme und die Vollregistrierung aller Teilnehmer.


Zur Lage der deutschen Messewirtschaft

Eine Vielzahl der Messen 2020 musste abgesagt werden, weil die unsicheren Rahmenbedingungen keine Planungssicherheit für Aussteller und Veranstalter boten, aber auch direkt aufgrund behördlicher Anordnungen. Für eine Reihe von Messen haben die Veranstalter Terminverschiebungen in das Jahr 2021 sowie 2022 beschlossen. Mehr als 70% aller für das Jahr 2020 geplanten Messen in Deutschland (insgesamt 368) wurden abgesagt oder verschoben. Die Messeveranstalter haben aber in vielen Fällen Ersatzformate entwickelt, insbesondere digitale Events mit Firmenpräsentationen, Interaktionsmöglichkeiten und digitalem Kongressprogramm. Rund 50 solcher Veranstaltungen haben 2020 stattgefunden. Aussteller konnten dadurch Kundenkontakte aufrechterhalten und über Neuheiten informieren.

Rund 380 Messen sollten nach den Planungen der Veranstalter im Jahr 2021 in Deutschland durchgeführt werden. Bereits jetzt sind aufgrund der andauernden Pandemie rund 110 Messen abgesagt oder nach 2022 verschoben worden.

Der AUMA bietet in seiner Messedatenbank unter www.auma.de/Terminaenderungen aktuelle Informationen über Terminverschiebungen und Absagen von Messen, aber auch über die Termine geplanter digitaler Formate. Sobald uns Änderungen bekannt werden, werden die Daten aktualisiert. Weitere Informationen über Messen im In- und Ausland sind beim jeweiligen Veranstalter abrufbar. Nutzen Sie für Ihre Messeplanung auch die AUMA-Daten zu den nächsten Messen in Deutschland und im Ausland.

Die Absage von Messen hat nicht nur für die direkt involvierten Akteure wie Aussteller, Besucher, Dienstleister und Veranstalter Einbußen zur Folge, sondern auch gravierende gesamtwirtschaftliche Folgen. Betroffen sind u.a. Hotellerie, Gastronomie, Transportgewerbe etc. Die gesamtwirtschaftlichen Verluste durch die Absage von Messen betrugen für 2020 laut Berechnungen des Instituts der Deutschen Messewirtschaft 21,3 Mrd. Euro; 176.000 Arbeitsplätze waren gefährdet und 3,43 Mrd. Euro Steuereinnahmen gingen dem Fiskus verloren.

Regelungen der Bundesländer zu Messen

Angesichts der momentan sehr hohen Inzidenzzahlen, sind momentan in allen Bundesländern Messen dennoch nicht möglich. Eine Übersicht über die im Lockdown für Messen geltenden konkreten Regelungen und Voraussetzungen finden Sie hier: Regelungen und Fristen zur Durchführung von Messen in den Bundesländern

Durchführung von Messen in Coronazeiten

Nach fast sechs Monaten Corona-bedingtem Stillstand sind im September und im Oktober 2020 wieder größere reale Messen in Deutschland durchgeführt worden. Rund 20 Veranstaltungen haben ohne Probleme und mit gutem Erfolg stattgefunden. Darunter waren Publikumsmessen mit internationaler und regionaler Ausstrahlung ebenso wie Fachbesuchermessen mit regionalem bis nationalem Einzugsgebiet und internationaler Beteiligung. Rund 270.000 Besucher dokumentierten das starke Interesse an den Messen in den ersten beiden Monaten nach dem Neustart.

Messen sind Business-Plattformen und essentiell, um die Wirtschaft zügig und nachhaltig wieder in Gang zu bringen. Sie sind nicht mit Volksfesten, Open-Air-Festivals oder Sportveranstaltungen mit hohen Besucherzahlen zu vergleichen. Denn auf Messen können Hygiene- und Abstandskonzepte die Gesundheit der Messeteilnehmer schützen, wie auch die im Herbst 2020 durchgeführten Messen beweisen. Alle Informationen zu den Hygiene- und Abstandskonzepten auf Messen in Deutschland.

Reisebestimmungen für Messeteilnehmer

Für Messeteilnehmer aus dem Ausland gilt seit Ende September 2020 eine Ausnahmeregelung, nach der Messeteilnehmer als Geschäftsreisende mit wichtigem Grund trotz allgemeiner Reisebeschränkungen weltweit aus dem Ausland einreisen dürfen. Was ausländische Aussteller und Besucher vor der Einreise nach Deutschland konkret beachten müssen, finden Sie hier.

Messeteilnehmer aus Deutschland, die an einer Messe in Deutschland teilnehmen wollen und aus einem deutschen Risikogebiet kommen, sollten sich ebenfalls vor Reisebeginn über die gültigen Bestimmungen am Messeort informieren. Für sie gilt allerdings grundsätzlich kein Beherbergungsverbot, da die Länder beschlossen haben, dass dieses Verbot nur für touristische Reisende gilt. Mehr Informationen hierzu unter Reisebestimmungen für Messeteilnehmer aus Deutschland.

Wirtschaftshilfen der Bundesregierung

Die zeitweise Untersagung von Messen und andere Corona-bedingte Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung im Jahr 2020 haben bei vielen Unternehmen der Messe- und Eventwirtschaft gravierende Einbußen zur Folge. Deshalb stellt der Bund seit dem Frühjahr umfangreiche Wirtschaftshilfen zur Verfügung, die sukzessive ergänzt und aufgestockt werden. Hier finden Sie einen Überblick zu den staatlichen Wirtschaftshilfen.




Besonnenes Handeln und Solidarität in der Veranstaltungswirtschaft!

Der AUMA unterstützt die Initiative der Interessengemeinschaft Veranstaltungswirtschaft (IGVW). Lesen Sie hier unser gemeinsames Statement!


+++ Das AUMA-Team arbeitet bis auf weiteres vorwiegend mobil. Bitte nutzen Sie für die Kontaktaufnahme die online veröffentlichten E-Mail-Adressen und Mobilfunknummern.+++





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