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10. März 2022Messe­wirtschaft

Infektionsschutzgesetz: Möglichmachen muss Vorrang haben

Am 19. März läuft das Infektionsschutzgesetz aus, das aktuell die Grundlage für die Corona-Einschränkungen ist. Zur Novelle des Infektionsschutzgesetzes äußert sich Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Messewirtschaft AUMA: „Von jetzt an sollte das Möglichmachen Vorrang haben.“

„Die Messewirtschaft kritisiert scharf, dass die Bundesregierung erst auf die letzte Minute einen Gesetzentwurf vorlegt. Seit dem formalen Ende der epidemischen Lage nationaler Tragweite ist bereits mehr als ein viertel Jahr vergangen. Die Gefahr von Messeverboten besteht bis heute und hat viele Messen unmöglich gemacht. Nach zwei bedrückenden Jahren des Stillstands in der Messewirtschaft muss künftig mit mehr Augenmaß entschieden werden. Mit wachsender Erfahrung im Umgang mit der Corona-Pandemie müssen die berechtigten Interessen aller wieder besser abgewogen werden. Von jetzt an sollte das Möglichmachen Vorrang haben. Noch eine Eiszeit für Messen wird schwer zu verkraften sein. Nochmalige pauschale Verbote wären absolut unverhältnismäßig. Messen sind als Handelsplätze der Wirtschaft in ihrem Ablauf beispielhaft regulier- und steuerbar. Messen sind sicher machbar.“

In den sonst messestarken Monaten Januar und Februar haben in diesem Jahr nahezu keine Messen in Deutschland stattfinden können. In diesem März werden voraussichtlich nur 16 von über 60 geplanten Messen veranstaltet, im April wohl nur 30 von eigentlich 40 vorgesehenen Messen.

Messen haben einen Planungsvorlauf von mehreren Monaten. Die Messewirtschaft in Deutschland fordert in allen 16 Bundesländern Planungssicherheit mit einfach verständlichen Regeln, die langanhaltend und zuverlässig Messen möglich machen. Jede Einschränkung bei der Einreise, Besucherobergrenzen oder auch nur die Möglichkeit von Messeabsagen haben lange Auswirkungen.

Auf wenigstens 50 Milliarden Euro schätzt der AUMA mittlerweile den Schaden in der Messebranche und den eng verbundenen Wirtschaftszweigen seit Anfang 2020. Vor der Pandemie hat die Messebranche noch mit rund 28 Milliarden Euro jährlich zum gesamtwirtschaftlichen Plus beigetragen. 165.000 der 230.000 Arbeitsplätze in der Branche sind nach wie vor bedroht.




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