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9. August 2018Recht

Messevisa: China, Russland, Türkei, Indien liegen vorn

​Bundesregierung veröffentlicht Visastatistik im Rahmen einer kleinen Anfrage 

Die meisten Messevisa wurden im Jahr 2017 in China, Russland, der Türkei und Indien erteilt, insgesamt 1.157.539 Visa. Dies geht aus Statistiken hervor, die die Bundesregierung im Rahmen der Beantwortung einer kleinen Anfrage veröffentlicht hat. Bei den vom AUMA ermittelten Besucherzahlen sind diese vier Länder bei den visapflichtigen Staaten ebenfalls führend. Auffällig ist auch, dass in der Türkei die Ablehungsquote höher und die Anzahl der pro Botschaftsmitarbeiter erteilten Visa geringer ist als in den anderen Ländern.

BesucherAussteller Visa erteilt Ablehungsquote in %Visa erteit pro Mitarbeiter
China85.00013.999419.6863,43.305
Russland75.000793306.1682,42.977
Türkei75.000334261.81811,92.173
Indien40.0003.008196.8676,82.852


   

Neue Visumantragsannahmezentren

Besonders wichtig für Messebesucher und Aussteller sind kurze Wartezeiten und Anfahrtswege bei der Beantragung eines Visums. Es ist daher erfreulich, dass das Auswärtige Amt am 18. Dezember 2017 externe Dienstleister mit der Eröffnung von Visumantragsannahmezentren in folgenden Ländern beauftragt hat: Algerien, Armenien, Aserbaidschan, Bahrain, Irak, Iran, Israel, Jordanien, Kasachstan, Katar, Kirgistan, Kuwait, Libanon, Oman, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan und Vereinigte Arabische Emirate. 

      

Wartelisten bei Botschaften mit hoher Nachfrage  

An Standorten mit besonders hoher Nachfrage wurde ein System eingeführt,  bei dem der Antragswunsch zunächst auf einer bei der Auslandsvertretung geführten Liste registriert werden muss. Diese Liste wird dann streng chronologisch abgearbeitet. Das Terminregistrierungssystem kommt gegenwärtig an den deutschen Auslandsvertretungen in Addis Abeba, Amman, Beirut, Belgrad, Islamabad, Jaunde, Kabul, Kairo, Manila, Nairobi, Pristina, Rabat, San Francisco, Sarajewo, Skopje, Teheran und Tirana zum Einsatz.

Cebit Hannover - Foto: Deutsche Messe AG/Rainer Jensen

Die Erteilung von Geschäftsreisenden-Visa für Besucher und Aussteller aus dem Ausland ist für die Internationalität des Messeplatzes Deutschland entscheidend. Seit jeher setzt sich der AUMA daher für ein reibungsloses und möglichst unbürokratisches Visumverfahren ein.














Sorgenkind Iran

Besonders kritisch für die Messewirtschaft ist die Situation im Iran. Schon  seit einigen Jahren müssen sich Antragsteller hier auf Wartelisten eintragen, so dass eine fristgerechte Antragstellung nicht immer möglich ist. Aussteller und Besucher aus dem Iran hatten zuletzt für den Messeplatz Deutschland eine zunehmende Bedeutung: Im Jahr 2017 kamen allein  14.000 Besucher und 237 ausstellende Unternehmen aus dem Iran. Die deutsche Botschaft in Teheran hat in dieser Zeit insgesamt 44.639 Visa erteilt bei einer Ablehnungsquote von 13,7 %. Damit ist Deutschland führend unter  den Schengenländern gefolgt von Frankreich (39.520 Visa, Ablehnungsquote 19,9 %) und Italien (30.904 Visa, Ablehnungsquote 17,9%).


Visa-Umfrage

Die Erteilung von Geschäftsreisenden-Visa Besucher und Aussteller aus dem  Ausland durch deutsche Botschaften und Konsulate ist für die Internationalität des Messeplatzes Deutschland entscheidend. Seit jeher setzt sich der AUMA daher für ein reibungsloses und möglichst unbürokratisches Visumverfahren ein. Der Verband der Deutschen Messewirtschaft führt zur Zeit eine Umfrage bei den Auslandsvertretern der Messegesellschaften durch, um zu ermitteln, in welchen Ländern die Messevisavergabe problematisch ist. Die Ergebnisse wird der AUMA gegenüber dem Auswärtigen Amt und auf dem Wirtschaftstag der Botschafterkonferenz Ende August nutzen, um auf Missstände hinzuweisen und so eine Verbesserung des Visaverfahrens für Aussteller und Besucher zu erreichen.

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