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Coronavirus: Wirtschaftshilfen

Überbrückungshilfe III Plus

Die Überbrückungshilfe III Plus wurde verlängert und wird ab Anfang Januar bis Ende März 2022 als Überbrückungshilfe IV fortgeführt werden. Bei der Überbrückungshilfe IV wie auch bei der Überbrückungshilfe III Plus sind Corona-bedingte Umsatzeinbrüche von mindestens 30 Prozent in jedem Monat, für den der Fixkostenzuschuss geltend gemacht wird, Voraussetzung für die Beantragung. Maßgeblich für den Vergleich ist der Referenzmonat im Jahr 2019. 

Erstattet werden:

  • bis zu 100 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch bei der Überbrückungshilfe III Plus bzw.
  • bis zu 90 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch bei der Überbrückungshilfe IV
  • bis zu 60 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei 50 Prozent bis 70 Prozent Umsatzeinbruch
  • bis zu 40 Prozent der förderfähigen Fixkosten bei mindestens 30 Prozent Umsatzeinbruch (Umsatzeinbruch jeweils im Vergleich zum Vergleichsmonat des Jahres 2019).


Der maximale Zuschuss beträgt 10 Millionen Euro pro Fördermonat.

Darüber hinaus erhalten alle Unternehmen, die für mindestens drei Monate einen monatlichen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent innerhalb des Zeitraums von November 2020 bis Dezember 2021 erlitten haben, einen Eigenkapitalzuschuss. Er ist gestaffelt und steigt an, je länger der Betrieb einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 Prozent erlitten hat. Der Eigenkapitalzuschuss zur Substanzstärkung besonders stark und andauernd betroffener Unternehmen wird bis zum 31. Dezember 2021 gewährt..

Sonderregelung für die Veranstaltungs- und Kulturbranche

Für Unternehmen der besonders betroffenen Veranstaltungs- und Kulturbranche wurde innerhalb der Überbrückungshilfe III eine zusätzliche Sonderregelung geschaffen. Wenn Veranstaltungen im Zeitraum März bis Dezember 2020 coronabedingt ausfallen mussten, können rückwirkend zusätzlich zu den übrigen förderfähigen Kosten auch die Ausfall- und Vorbereitungskosten dieser Veranstaltungen geltend gemacht werden. Im Rahmen der Überbrückungshilfe III Plus wurde der relevante Zeitraum erweitert und umfasst nun auch Januar bis August 2021.

Antragsberechtigt sind Unternehmen, die in mindestens einem Monat des Förderzeitraums der Überbrückungshilfe III Plus (Juli 2021 bis Dezember 2021) einen Umsatzrückgang von mindestens 30 Prozent gegenüber dem Referenzmonat im Jahr 2019 nachweisen können und somit grundsätzlich Zugang zur Überbrückungshilfe III Plus haben.

Die Kosten dürfen dabei in einem Zeitraum von bis zu 12 Monaten vor Beginn des geplanten Veranstaltungsdatums entstanden sein. Voraussetzung ist, dass zum Zeitpunkt der Planung nicht von einer Corona-bedingten Absage auszugehen war, beziehungsweise die Planung auf Basis eines genehmigten oder genehmigungsfähigen Hygienekonzepts erfolgte. Es sind sowohl interne projektbezogene (vor allem Personalaufwendungen) als auch externe Kosten (etwa Kosten für beauftragte Dritte, z. B. Grafiker) förderfähig. Der Anwendungsbereich dieser Regelung umfasst alle Veranstaltungen, die sich maßgeblich über Eigenmittel des Veranstalters, Eintrittsgelder, Teilnehmergebühren, Standmieten oder andere Fördermittel finanzieren.  

Unternehmen der Veranstaltungswirtschaft können außerdem zusätzlich zur allgemeinen Personalkostenpauschale für jeden Fördermonat eine Anschubhilfe in Höhe von 20 Prozent der Lohnsumme beantragen, die im entsprechenden Referenzmonat 2019 angefallen ist. Die maximale Gesamtförderhöhe dieser Anschubhilfe beträgt 2 Millionen Euro.

Weitere Informationen

 https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Redaktion/DE/FAQ/FAQ-Ueberbruckeungshilfe-III-Plus/ueberbrueckungshilfe-lll-plus.html


Neustarthilfe Plus

Die Neustarthilfe Plus richtet sich vorrangig an Soloselbständige und kleine Kapitalgesellschaften, die nur geringe betriebliche Fixkosten haben und für die die Fixkostenerstattung im Rahmen der Überbrückungshilfe III Plus/IV daher nicht in Frage kommt. Die Neustarthilfe Plus beträgt jeweils einmalig 50 Prozent des dreimonatigen Referenzumsatzes, maximal aber 4.500 Euro für Soloselbständige und Ein-Personen-Kapitalgesellschaften pro Quartal sowie bis zu 18.000 Euro für Mehr-Personen-Kapitalgesellschaften und Genossenschaften pro Quartal. Der durchschnittliche monatliche Umsatz des Jahres 2019 ist der Referenzmonatsumsatz. Der dreimonatige Referenzumsatz ist dementsprechend das Dreifache dieses Referenzmonatsumsatzes.

Die Neustarthilfe wird neben anderen Leistungen, wie z.B. der Grundsicherung, ausgezahlt und auch nicht auf diese angerechnet. Parallel zur Überbrückungshilfe wurde auch die Neustarthilfe bis Ende März 2022 verlängert.

 https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/UBH/Navigation/DE/Dokumente/FAQ/Neustarthilfe-Plus/neustarthilfe-plus.html


KfW-Schnellkredite

Der KfW-Schnellkredit steht kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Solo-Selbständigen und Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten zur Verfügung, die mindestens seit dem 1. Januar 2019 am Markt aktiv sind. Gefördert wird alles, was für die unternehmerische Tätigkeit notwendig ist. Dazu zählen bspw. Anschaffungen wie Maschinen und Ausstattung (Investitionen) und laufende Kosten wie Miete, Gehälter oder Warenlager (Betriebsmittel).

Das Kreditvolumen pro Unternehmensgruppe beträgt bis zu 25 Prozent des Jahresumsatzes 2019, maximal 1.800.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von über 50 Mitarbeitern, maximal 1.125.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von mehr als 10 und bis zu 50 und maximal 675.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von bis zu 10.

Voraussetzung ist, dass das Unternehmen in der Summe der Jahre 2017-2019 oder im Jahr 2019 einen Gewinn erzielt hat. Das Unternehmen darf zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und muss zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen.

Der Zinssatz beträgt aktuell drei Prozent mit einer Laufzeit von 10 Jahren. Es können bis zu 2 tilgungsfreie Jahre zu Beginn der Laufzeit beantragt werden. Die Bank erhält eine Haftungsfreistellung in Höhe von 100 Prozent durch die KfW, abgesichert durch eine Garantie des Bundes. Der Kreditnehmer haftet für die Rückzahlung. Die Kreditbewilligung erfolgt jedoch ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Hierdurch soll der Kredit schnell bewilligt werden können. Außerdem sind keine Sicherheiten zu stellen.

Verbessert wurden darüber hinaus die Regelungen zur Tilgung der KfW-Schnellkredite. Möglich ist nun auch die vorzeitige anteilige Tilgung ohne Vorfälligkeitsentschädigung.

Der KfW-Schnellkredit kann bis spätestens 31.12.2021 abgeschlossen werden.

 https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/KfW-Corona-Hilfe


Bundesrahmenregelung: Beihilfen für Messegeländebetreiber

Die EU-Kommission hat am 22. Januar 2021 entschieden, dass direkte Zuschüsse an deutsche Messegesellschaften beihilferechtlich zulässig sind. Dies regelt die „Bundesrahmenregelung Beihilfen für Messen“.

Die Bundesrahmenregelung gilt für alle Beihilfen, die in der Bundesrepublik Deutschland an private und öffentliche Unternehmen, die in Deutschland Messegelände betreiben, als Ausgleich für einen unmittelbar durch die COVID-19-Pandemie verursachten Schaden gewährt werden. Dabei sind Schäden, die vom 01.03.2020 bis zum 31.12.2020 entstanden sind, zu 100% ausgleichsfähig. Schäden gelten dann als unmittelbar durch die COVID-19-Pandemie verursacht, wenn die Durchführung einer Veranstaltung unmöglich oder wegen einer Obergrenze der zulässigen Personenzahl teilweise unmöglich gewesen ist. Vermiedene oder ersparte Aufwendungen müssen in Abzug gebracht werden, um eine Überkompensation zu vermeiden. Werden bereits andere Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch genommen, werden diese bis zur Grenze von 100% des tatsächlichen Schadens verrechnet.

Am 11.11.2021 hat die EU-Kommission in einer Pressemeldung mitgeteilt, dass die Regelung für Schäden, die im Jahr 2021 entstanden sind, verlängert wird. 


Sonderfonds Messen  


Bund und Länder unterstützen die Messewirtschaft in Deutschland mit einem neuen Sonderfonds. Damit sollen die Kosten der Veranstalter zur Vorbereitung von Messen gegen das Risiko einer Corona-bedingten Veranstaltungsabsage abgesichert werden. Ziel ist es, Messeveranstaltern Anreize zu geben, Messen in Deutschland organisieren und geplant stattfinden lassen zu können, wie das Bundeswirtschaftsministerium Mitte Oktober mitteilte.

Über den Sonderfonds können veranstaltungsbezogene Kosten in einem Umfang von insgesamt bis zu 600 Millionen Euro abgesichert werden. Der Bund stellt das Geld zur Verfügung, Antragsbearbeitung und Auszahlung liegt bei den Ländern. Im Falle einer pandemiebedingten Absage einer Messe können maximal 80 Prozent der dadurch entstandenen veranstaltungsbezogenen Kosten von dem Fonds übernommen werden. Die maximale Entschädigungssumme beträgt acht Millionen Euro pro Veranstaltung. Abgedeckt sind Betriebs- und Personalkosten, Anmietungen, Wareneinsätze sowie beauftragte Dienstleister.

Berücksichtigt werden Veranstaltungen mit einem planmäßigen Durchführungsdatum bis zum 30. September 2022, wobei die Messe oder Ausstellung vorab auf der zentralen Online-Plattform www.sonderfonds-messe.de registriert werden muss. Registrierungen können ab dem 25. Oktober 2021 vorgenommen werden.


Messeförderprogramme für Aussteller

Bund und Länder unterstützen deutsche Unternehmen bei ihren Messebeteiligungen im In- und Ausland. Dafür stellen sie jedes Jahr erhebliche Finanzmittel aus öffentlichen Haushalten bereit. Mit speziellen Förderprogrammen sorgen sie so für eine bessere Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen, für einen leichteren Einstieg deutscher Unternehmen auf in- und ausländischen Märkten und für eine technisch-organisatorische Unterstützung der Aussteller.

Messeprogramm für KMU

Zur Unterstützung des Exportmarketings der Unternehmen in Deutschland hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ab Oktober 2021 ein neues Förderprogramm für Aussteller bei dem Neustart auf Messen in Deutschland aufgesetzt, das bis 2022 gilt. Diese Förderung ist eine Einzelförderung auf ausgewählten Messen und kann für Kosten von Standmiete und Standbau bis max. 12.500 Euo geltend gemacht werden.

Messeprogramm für junge, innovative Unternehmen

Das Messeprogramm für junge, innovative Unternehmen richtet sich an Start-ups und Gründer. Förderfähig sind ausschließlich die Kosten für Standmiete und Standbau im Rahmen eines Gemeinschaftsstandes. Bei den ersten beiden Messebeteiligungen werden 60 Prozent der Kosten übernommen, ab der dritten Messebeteiligung 50 Prozent – pro Aussteller und Messe maximal 7.500 Euro.

Zusätzlich zu der Bundesförderung unterstützen die Bundesländer die Messebeteiligungen der Unternehmen in unterschiedlichem Umfang.

Auslandsmesseprogramm

Bei Auslandsmessen werden deutsche Unternehmen vom Bund und auch von vielen Bundesländern unterstützt. Die Bundesministerien für Wirtschaft und Energie sowie für Ernährung und Landwirtschaft haben dafür das Auslandsmesseprogramm entwickelt, eine finanzielle und organisatorische Unterstützung von Unternehmen mit Sitz in Deutschland auf einem Gemeinschaftsstand "made in Germany". Bundesländer bieten darüber hinaus länderspezifische Messeprogramme an, sie fördern aber auch Einzelunternehmen oder kleine Ausstellergruppen.

Weitere Informationen

https://www.auma.de/de/ausstellen/foerderungen


Stand: 25.11.2021

Zusätzliche Unterstützungsangebote für Unternehmen, Gewerbetreibende und Beschäftigte in den Bundesländern finden Sie auf den Corona-Informationen der jeweiligen Landesregierung.

Hier geht es zu den Links:
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-bundeslaender-1745198





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